Hyaeinthus (grch. Hyakinthos), der Sohn des spartan. Königs Amyklas und der Diomede, war ein Jungling von außerordentlicher Schönheit und wurde von Apollo und Zephyros (oder Boreas) geliebt. Eifersüchtig auf Apollo, lenkte Zephyros, als einst Apollo den H. im Diskuswerfen unterrichtete, die Wurfscheibe Bodr den Kopf des H., sodaß dieser entseelt zu Boden stürzte. Da ihn Apollo nicht mehr ins Leben zurückzurufen vermochte, ließ er, um wenigstens das Andenken an den Geliebten zu verewigen, eine Blume, bezeichnet mit den Klagelauten AI Al, aus seinem Blute entsprießen. Unter dieser Blume, welche nach andern aus dem Blute des Ajax entstanden sein soll, versteht man nicht sowohl unsere Hyacinthe (s. d.), als die blaue Schwertlilie oder den Türkenbund. H. zu Ehren feierte man Amyklä in Lakonien ein dreitägiges Fest, Hyakinthia genannt, welches auch noch in röm. Kaiserzeit mit großem Pomp begangen wurde. H. hieß auch ein Sohn des Pieros und der Muse Klio und Liebling des thraz. Sängers Thamyris. Auch von ihm wird die Mythe von dem Ende des spartanischen H. erzählt. Hyaden (grch. und lat. Hyädes), Nymphen, deren Zahl und Abstammung verschieden angegeben werden. Hesiod führt fünf H. als den Chariten ähnliche Nymphen an, Thales zwei, Pherekydes sechs oder sieben, welche vom Zeus den Dionysos zur Pflege erhielten und später von ihm unter die Sterne versetzt wurden. Nach Euripides sind sie Töchter des Erechtheus, drei an Zahl; nach andern soll die Okeanide Athra dem Atlas zwölf Töchter und einen Sohn Hyas geboren haben. Als dieser auf der Jagd von einer Schlange oder einem Löwen getötet worden war, wurden aus Mitleid von Zeus fünf Schwestern unter dem Namen H. unter die Sterne versetzt. Den Namen H. nämlich führt eine Sterngruppe am Kopfe des Stiers.