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AllerleiBrockhaus 1882

Hero ist eine berühmte Gestalt der griechischen und römischen, sowie der neuern Poesie. An einem Feste der Aphrodite, deren Priesterin H. war, und des Adonis zu Sestos auf der thraz. Küste, zu welchem auch die Einwohner von Abydos über den Hellespont herübergekommen waren, sahen sich H. und Leander und entbrannten in gegenseitiger Liebe. Aber ihrer Verbindung stellten sich H.s Stand als Priesterin und der Wille ihrer Eltern entgegen. Doch den Jüngling I diese Schwierigkeiten nicht; allnächtlich schwamm er über den Hellespont zur Geliebten, wobei eine auf dem Turme am Ufer, in welchem H. wohnte, aufgestellte Fackel ihm als Wegweiser diente. Als er einst bei winterlichem Sturme herüberschwamm, verließen ihn die Kräfte; tot warfen ihn die Wellen an den Fuß des Turmes, wo H., von Angst gefoltert, seiner harrte. Beim Anblicke des Leichnams stürzte sich H., von Schmerz überwältigt, von der Höhe hinab und starb, ihn mit ihren Armen umschließend. Außer verschiedenen Erwähnungen bei andern griech. und lat. Dichtern und einer Bearbeitung in zwei unter Ovids Namen überlieferten Briefen is aus dem 5. oder dem Anfang des 6. Irdich unter dem Namen des Musäus (s. d.) ein edicht erhalten, welches diese wohl auf einer Lokalsage beruhende und zuerst von einem alexandrinischen Dichter ausgeführte, auch auf pompejanischen Wandgemälden dargestellte Erzählung enthält. Schiller benutzte die Erzählung zu einer allade, nachdem schon lange vorher das Volkslied sich des Stoffs bemächtigt hatte. Vgl. Rohde, „Der griech. Romano (Lpz. 1876).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 9, S. 153Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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