Jarbas, s. Hiarbas. ason, ein Heros des alten Griechenland, war der Sohn des Äson (Aison), Königs von Jolkos in Thessalien, und der Polymede, nach andern der Polymele, Alkimede oder Polypheme, und hatte den Centauren Chiron zum Lehrer. Schon als Jüngling wohnte er der Eberjagd bei Kalydon bei. Als dein Vater, noch ehe J. volljährig geworden, die Regierung niederlegte, übernahm sie als Vormund Pelias, J.s Oheim. Die Veranlassung zu J.s Zuge nach Kolchis war der gewöhnlichen Sage nach folgende: Pelias ließ einst zu einem feierlichen Opfer des Poseidon (Reptun) alle seine Verwandten, darunter auch J. einladen. Als dieser auf seinem Wege nach Jolkos an den Fluß Anauros kam, fand er die Hera (Juno) in Gestalt einer alten Frau, welche ihn bat, sie über den Fluß zu tragen. J. that dies, ließ aber den einen seiner Schuhe im Schlamme zurück. So kam er zu Pelias, der über den Verlust des Schuhs in Schrecken geriet, weil ein Orakelspruch ihm geweissagt hatte, daß derjenige ihm Thron und Leben rauben würde, der zu dem Opfer ohne Schuhe käme. Pelias fragte den J., was er wohl mit demjenigen machen würde, der ihm von dem Orakel als sein Mörder verkündigt worden wäre? Auf Eingebung der Hera antwortete J., er würde ihn nach Kolchis schicken, um das Goldene Vlies wieder zu holen. Diesen Auftrag erhielt J. nun selbst vom Pelias. ‚ Nach Pindar hatte Pelias seinem Bruder Ason den Thron geraubt. Als J. volljährig geworden, ging er in der Kleidung eines Magnesiers, mit einer Leopardenhaut um die Schultern und mit zwei Lanzen bewaffnet nach Jolkos an den Hof des Pelias. Auch nach dieser Sage kam J. nur mit einem Schuh bei dem Pelias an. Als Pelias, der ihn nicht kannte, sich nach seiner Herkunft erkundigte, antwortete er freimütig, er sei Asons Sohn, ließ sich dann die Wohnung seines Vaters zeigen und feierte daselbst mit seinen Eltern und seinen Verwandten Pheres, Amythaon, Admetos und Melampus fünf Tage lang das Fest des Wiedersehens. Hierauf gingen sie zu Pelias und verlangten die Abtretung des Reichs. Pelias antwortete, daß er bereit sei, dasselbe J. zu überlassen, wenn dieser zuvor das Goldene Vlies wieder nach Thessalien zurückgebracht haben würde. Auf der Fahrt dahin (s. Argonauten) zeugte J. mit der Hypsipyle (s. d.) auf Lemnos zwei Söhne. Von edea (s. d.) unterstützt, vollführte er dann seine Aufgabe und kehrte mit ihr, als seiner Gemahlin, nach langem Umherirren in die väterliche Heimat zurück. Hier rächte er die Ermordung seiner Eltern und seines Bruders durch den von Medea bewirkten Tod des Pelias. Dennoch gelangte er nicht auf den Thron von Jolkos. Freiwillig oder gezwungen überließ er denselben dem Akastos, dem Sohne des Pelias, und zog mit seiner Gemahlin nach Korinth. Hier lebten beide zehn Jahre in der glücklichsten Ehe, bis J., der Medea überdrüssig, sich entschloß, Glauke, nach andern Kreusa, die Tochter des korinth. Königs Kreon, zu heiraten und seine Gemahlin und Kinder zu verstoßen. Doch Medea rächte sich schrecklich an der verhaßten Nebenbuhlerin und floh, als J. sie dafür bestrafen wollte, auf ihrem Drachenwagen zum König Ageus (s. d.) in Athen, nachdem sie zuvor ihre Kinder getötet hatte. Nach einigen soll J. hierauf sich aus Verzweiflung getötet haben. Nach andern wurde er am Meeresufer von einem auf ihn herabstürzenden Stück der Argo, des Schiffs, welches ihn nach Kolchis gebracht hatte, erschlagen. Andere erzählen, er sei später mit Medea ausgesöhnt, mit ihr nach Kolchis zurückgekehrt und habe nach dem Tode seines Schwiegervaters dessen Thron bestiegen.