Ibsen (Henrik), namhafter norweg. Dichter geb. zu Skien 20. März 1828, hatte sich schon durch das Drama „Catilinav bekannt gemacht, als er 1850 seine Stellung als Pharmaceut aufgab, um in Kristiania seinen Studien obzuliegen. Im folgenden Jahre erhielt er eine Anstellung als Dramaturg an dem von Ole Bull gegründeten Nationaltheater zu Bergen, die er 1857 mit einem ähnlichen Zender in Kristiania vertauschte. Während dieser Zeit erschienen die Dramen «Gildet pä Solhougo (1856), «Fru Inger til Osträte (1857), Härmändene pä Helgeland (1858) und Kjärlighedens Komödiey (1862). Er unternahm 1863 mit öffentlicher Unterstützung eine Reise ins Ausland, die sich bis nach Rom erstreckte; seit 1866 genießt er eine vom Storthing bewilligte Dichtergage und lebte seitdem im Auslande (Dresden und München). Dieser Periode gehören die Dramen „Kongs-emnernes (1864, deutsch:«Die Kronpräten⸗ „(De Unges Forbunde» (1869, deutsch: Bund der Tugendo) und «Keiser og Galiläer» (1873) an, von denen mehrere auch in Deutschland zur Aufführung kamen. Eine Sammlung schöner «Lyriske Digte v erschien 1871. J. ist ein ideenreicher Dichter und ein scharfer Satiriker. Namentlich zeigt er dies in seinen jüngsten Dramen: «Samfundets Stötterb (1877, deutsch: „Die Stützen der Gesellschafto), «Et Dukkehjem» (1880, deutsch: Norao), „Gjengangeres (1881) und «En Folkefjender (1882), wo er mit Menschenkenntnis die Zustände der Gegenwart, auch die religiösen und sozialen Probleme behandelt.