FeedIdiot (grch.)
Recht & StaatBrockhaus 1882

Idiot (grch.), ursprünglich ein jeder Einzelne gegenüber dem Staat, hieß bei den Griechen vorzugsweise jeder, der an den Staatsgeschäften keinen Anteil nahm, mithin einerseits der Privatmann im Gegensatz zum Staatsmann, anderer— seits der Unkundige, der Laie, im Gegensatz zum Kundigen, Eingeweihten, der Ungebildete im Gegensatz zu dem Gebildeten. Die Römer verstanden demnach unter J. unwissende und unerfahrene Menschen, Stümper und Pfuscher in Wissenschaft und Kunst. In diesem Sinne wird das Wort zwar auch gegenwärtig noch gebraucht, in der Regel indes nur für solche geistesschwache Individuen, welche infolge von krankhaften Zuständen des Körpers, beziehungsweise Gehirns schon in der Kindheit geistige Defekte erkennen lassen.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 9, S. 528Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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