Irrlicht, rrwisch, in Norddeutschland auch Tückebote, sind angeblich kleine, flammenartige und leuchtende, besonders in sumpfigen Gegenden vorkommende Erscheinungen, welche meist durch den leisesten Luftzug fortbewegt werden und von einem Orte zum andern hüpfen sollen. Man hat diese Erscheinung für Wasserstoffgase gehalten, die sich aus faulenden Körpern entwickeln und schon durch die bloße Berührung der Luft entzünden; man hat namentlich auf das selbstentzündliche Phosphorwasserstoffgas hingewiesen; aber die Schilderungen Eschudi enitem Beobachter von J. (List, Knorr, schudi, Ule u. m. a.) stellen der Richtigkeit obiger Annahmen gewichtige Bedenken entgegen, und die wahre Erklärung dieser Erscheinungen hängt noch von weitern Beobachtungen ab. rrsinn, s. Geisteskrankheiten. rrsterne, soviel wie Kometen. rrtum heißt banenst Gewißheit eines objektiv unrichtigen Gedankens oder das und der J. durch eines falschen Urteils. Veranlaßt wird der J. durch den Schein, d. h. durch subjektive Verhältnisse, welche mit objektiven verwechselt werden. Diesen Schein nannten die Alten species veri, und mit Recht behaupteten sie, daß jeder J. einen solchen Schein voraussetze, weil, wenn der Verstand Uer einsieht, daß eine Thatsache nur subjektiv 5 er solche unmöglich für wahr halten kann, und folglich niemand das Falsche mit Willen für wahr hält. Dieser Schein bezieht sich entweder auf die logische Form oder auf die Materie des Urteils. Im ersten Falle entsteht der logische, im andern der materielle J. Eine Erkenntnis, die sich selbst widerspricht, ist logisch falsch, z. B. wenn man wähnt, ein Geist habe Fleisch und Bein. Der materielle J. besteht in dem Widerspruche der Gedanken und Urteile mit den Gegenständen, z. B. wenn die Alten meinten, die Sonne bewege sich um die Erde. Der formelle J. läßt sich aus logischen Grundsätzen erkennen, weil er seinen Widerspruch in sich selbst trägt; der materielle nicht, weil über die Erkenntnis eines bestimmten Gegenstandes die bloß formellen Gesetze des Denkens nicht entscheiden. Formelle Irrtümer beseitigt die Logik, materielle die Naturlehre, Geschichte und andere Wissenschaften. Verknüpft man mit einem J. mehrere andere, deren vermeintliche Wahrheit man auf jenen stützt, so heißt jener der Grundirrtum. Das Irren ist allerdings an und für sich menschlich, d. h. als Folge der Beschränktheit des Menschen überhaupt und immer möglich; es entsteht daher mit psychol. Notwendigkeit, indem von vornherein das unbefangene Denken jeden Vorstellungsinhalt, ohne seine Berechtigung zu prüfen, Prd wahr hält; jeder einzelne J. aber ist weil eine Prüfung des Wahren stattfinden kann, ein überwindlicher (error vincibilis); einen unüberwindlichen J. (error invincibilis) gibt es nicht; relativ unüberwindlich ist der, welcher unter gewissen Verhältnissen nicht zu vermeiden war. ö