FeedIglesias de la Casa (José)
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Iglesias de la Casa (José), span. Dichter, geb. 31. Okt. 1748 zu Salamanca, schloß während seiner Studienzeit auf der dortigen Universität mit seinem Freunde Melendez und andern durch poetisches Talent ausgezeichneten Jünglingen einen Dichterbund, der unter dem Namen der Salamantinischen Schule einflußreich wurde, und bildete sich fast ausschließend nach den klassischen Dichtern seines Vaterlandes, vorzüglich nach Balbuena und Quevedo. Nach vollendeten Studien empfing er 1783 in Madrid die Priesterweihe und wurde Pfarrer von Carbajosa de la Pagrada im Bistum von Salamanca, starb aber schon 26. Aug. 1791. Erst sieben Jahre nach seinem Tode wurden seine Gedichte gesammelt (2 Bde., Salamanca 1798), seitdem aber sehr oft wieder aufgelegt. Neuerdings wurden sie in die „Biblioteca de autores espanoles v aufgenommen (Bd. 61, 1869). J. gehört unter die Lieblingsdichter der Nation, und viele von seinen Gedichten leben im Munde des Volks. Dies gilt jedoch nur von den scherzhaften Gedichten in nationalen Kurzversen, aus seiner Jugendperiode, besonders von den sog. Brieflein, «Letrillas o, in welchen er mit dem von ihm meisterhaft benutzten Reichtum der span. Sprache an witzigem Doppelsinn die Lächerlichkeiten seines Jahrhunderts und seiner Nation geißelt. Dabei ist seine Sprache von klassischer Reinheit, sein Versbau von ungemeiner Leichtigkeit und seine Gesinnung durch und durch national. Minder gelungen sind seine ernsten Gedichte in ital. Strophen.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 9, S. 532Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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