FeedAhreus (Heinr. Ludolf)
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Ahreus (Heinr. Ludolf), ausgezeichneter Philolog und Schulmann, geb. 6. Juni 1809 in Helmstedt, ging w1826 nach Göttingen, um Philologie und Mathematik zu studieren, beschränkte sich jedoch bald unter der Leitung K. O. Müllers, Dissens und Mitscherlichs auf das erstere Studium. Im Sommer 1829 gewann A. eine von der philos. Fakultät gestellte Preisaufgabe: DeAthenarum statu politico et literario inde ab Achaici foederis interitu usque ad Antoninorum tempora (Gött. 1829). A. habilitierte sich hierauf als Docent zu Göttingen, nahm aber schon 1830 die Stelle eines Kollaborators am dortigen Gymnasium an und ging 1831 als Lehrer an das Pädagogium in Ilfeld, an dem er 14 Jahre wirkte. Ostern 1845 als Direktor nach Lingen berufen, übernahm er 1849 die Leitung des Lyceums in Hannover, bis er 1879 mit dem Charakter eines Geh. Regierungsrats in den Ruhestand trat. Er starb 24. Sept. 1881 zu Hannover. A. litterarische Thätigkeit wandte sich besonders der griech. Litteratur und Sprache zu. Größere Werke sind: „De graecae linguae dialectis. Liber I: De dialectis aeolicis et pseudoaeoliciso (Gött. 1839), Liber II: De dialecto doricap (Gött. 1843), (Griech. Elementarbuch aus Homer. 1. Kursuso (Gött. 1850), Griech. Formenlehre des homerischen und attischen Dialektsv (Gött. 1852), (Bucolicorum graecorum Theocriti Bionis Moschi reliquiae accedentibus incertorum idylliiso (2 Bde., Lpz. 1855 —59). Die pädagogische Ansicht A., die Lektüre des Griechischen mit Homer zu beginnen, wird vielfach bekämpft, wenn man auch zugibt, daß ein Mann wie A. gute Resultate erzielt haben wird.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 1, S. 272Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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