Illusion nennt man in der Psychiatrie eine Art von Sinnestäuschung, und zwar die falsche (aillusorische) Wahrnehmung wirklich vorhandener äußerer Objekte resp. Vorgänge auf Grund von Verknüpfung der durch letztere angeregten Sinneseindrücke mit lebhaften Phantasievorstellungen, sodaß beide (Sinneseindruck und Phantasievorstellungen) zu einem einheitlichen Ganzen zusammenfließen, z. B. die Auffassung eines beliebigen Geräusches als gesprochenes Wort (Gehörsillusion), eines Baumstumpfes als menschliche Gestalt (Gesichtsillusion). (S. unter Hallucinationen.) Vgl. Sully, «Die Illusionene (Bd. 62 der Internationalen wissenschaftlichen Bibliothek', Lpz. 1884).
Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 9, S. 541Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei