Indol (5H. N, Reduktionsprodukt des Indigblaues, entsteht außerdem bei der Fäulnis der Eiweißkörper und bei der Verdauung der Eiweißstoffe unter dem Einfluß des Pankreassaftes. Es findet sich in geringen Mengen, nebst dem ihm homologen Skatol C%HeNals Bestandteil der menschlichen Exkremente. Es wird vom Darm aus resorbiert und im Organismus in eine Sulfosäure verwandelt, die im Harn als Kalisalz ausgeschieden wird und hier häufig Veranlassung zum Auftreten von Indigblau wird. Die seit längerm beobachtete Bildung von Indigblau, besonders bei gewissen Krankheiten, führte man früher auf das Vorkommen von Indican im Organismus zurück. Durch neuere Untersuchungen ist aber nicht allein das Unrichtige dieser Anschauung erwiesen, sondern auch die Indolschwefelsäure als regelmäßiger Bestandteil des normalen Harns konstatiert worden. Wyetzäbent (lat.), eigentlich Schmerzlosigkeit, bezeichnet überhaupt Unempfindlichkeit, Gleichgültigteit und Trägheit oder Apathie, also den Zustand, wo wir weder von angenehmen noch unangenehmen Ereignissen leicht zum Handeln erregt werden und daher am liebsten in einer trägen Ruhe ausharren. Dieser Zustand, welcher entweder von Natur angelegt oder durch Abstumpfung der Empfindungen (infolge von Anstrengungen, Kummer oder Ausschweifungen) entstanden sein kann, beruht darauf, daß eine geringe geistige Erregbarkeit von Unentschlossenheit und Langsamkeit im Handeln, so- wie umgekehrt ein hoher Grad geistiger Lebensthätigkeit von einer großen Regsamkeit im Handeln begleitet zu sein pflegt. Von solcher J. und Apathie ist wohl zu unterscheiden die auf Überlegung beruhende leidenschaftslose Ruhe.