Kachexie (vom grch. Xe, schlecht, und vesdel, sich verhalten, im Gegensatz zur Euexie, dem Wohlbefinden) bedeutet die üble Beschaffenheit und das ungesunde Aussehen eines lebenden Wesens, im besondern die allgemeine Abmagerung, den abgezehrten Zustand eines Menschen, der eintritt, wenn der Körper mehr verbraucht, als er aufnimmt. Am auffälligsten ist die K. bei langsam verlaufenden Krankheiten, so bei Tuberkulose (Auszehrung), Leukämie, Krebs, Syphilis, Metallvergiftungen und gewissen Geisteskrankheiten (Melancholie, Manie). Dieselbe kann ferner zu Stande kommen bei sehr ausschweifender Lebensweise, bei Säufern, bei teilweisem Verschluß der Verdauungswege (Narben der Speiseröhre) und ist häufig nach sehr erschöpfenden fieberhaften Krankheiten (3. B. Typhus) vorhanden, namentlich wenn die Kranken nicht zeitig genug wieder kräftige Nahrung genießen. Die Abmagerung macht sich an allen Körperorganen geltend. Das Fett unter der Haut schwindet, die Haut läßt sich in langen Falten abheben und wird selbst runzelig, die Muskeln werden dünn und welk, die Ernährung des Nervensystems leidet Not und es kommt gewöhnlich sehr bald zu erheblicher Blut—⸗ armut, welche sich durch ein fahles Aussehen (habitus cachecticus), durch Kraftlosigkeit, rasche Ermüdung des Körpers und Geistes, nervöse Erregtheit und mürrische Gemütsstimmung zu erkennen gibt. Heilen läßt sich die K. durch Beseitigung der Ursache und gute Lebensweise. Ist das Grundleiden 64. B. Tuberkulose) nicht zu entfernen, so kann der Zustand doch oftmals durch gute Kost und Aufenthalt in reiner, gesunder Luft erheblich gebessert werden.