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ReligionBrockhaus 1882

Inful (infüla oder auch vitta) hieß bei den Römern die weißwollene Stirnbinde, mit der Priester, Vestalinnen und Opfernde das Haupt turbanartig umwanden. Anfangs ein Zeichen der Demut, wurde die J. nachmals zum Zeichen der Heiligkeit und Unverletzlichkeit. Opfertiere, Kirchen und Altäre wurden mit ihr behangen, auch die Bittenden (supplices) und die Friedensgesandten legten sie an. In späterer Zeit diente sie den kaiserl. Statt-H zur Bezeichnung ihrer Würde. Von den eidnischen Priestern ging sie im karolingischen eitalter auf die christl. Bischöfe über und erhielt nun für gewöhnlich den Namen der Bischofsmůtze beben) Eine solche besteht aus zwei flachen, hohen, oben spitz zulaufenden Deckeln von Blech oder Pappe, die mit seidenem Zeug von der Grundfarbe des Meßgewandes überzogen, meist reich gestickt und häufig mit Gold und Edelsteinen besetzt sind. Die beiden Spitzen oder Hörner sollen die beiden Testamente mit dem ue Die nach vorn zu stehende Seite ist mit dem Kreuze geziert, ebenso wie die hinten herabhängenden zwei Bänder (infulae), die noch an die römische J. erinnern. Ausnahmsweise kann der Papst auch Abte und Pröpste infulieren, d. h. ihnen das Tragen einer Bischofsmütze gestatten. Auch wird die Bischofsmütze von denen, die zum Tragen derselben berechtigt sind, im Wappen geführt. Jufusion, Aufguß, Infus um nennt man in der Pharmacie wässerige, nicht durch Verdampfen konzentrierte Pflanzenextrakte, welche bereitet werden, indem die entsprechenden Pflanzenteile mit kochendem Wasser übergossen, einer kurzen 5 Minuten dauernden Digestion im Dampfbade ausgesetzt werden, worauf die Flüssigkeit koliert und der Rückstand nach dem Erkalten abgepreßt wird. Alle Infusionen sollten nur für den augenblicklichen Bedarf angefertigt werden, da sie sehr dem Verderben durch Gärung und Schimmelbildung ausgesetzt sind. Sie wurden in früherer Zeit weit mehr verwandt als gegenwärtig. Wenn eine besondere Menge der zu infundierenden Substanz nicht vorgeschrieben ist, gilt nach der Deutschen Pharmakopbe von 1882 ein Teil auf 10 Teile Kolatur. Offizinell ist nur das

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 9, S. 595Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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