FeedHostau
ReligionBrockhaus 1882

Hostau, Stadt in der böhm. Bezirkshauptmannschaft Bischof-Teinitz, unweit der bayr. Grenze, Sitz liches Brot, dann aber eigens zu diesem Zwecke bereitete Brote, bis im 4. Jahrh. große runde Oblaten in Anwendung kamen, die man nach geschehener Weihung in so viele Stücke zerbrach, als Kommunikanten waren. Der Name H. ist daher entstanden, daß die röm.⸗kath. Kirche den Leib Christi, in welchen sich das Brot nach ihrer Lehre durch die Konsekration verwandelt, durch den Meßpriester als ein unblutiges Opfer hostia) darbringen läßt. Die H. wird in der Monstranz (s. d.) aufbewahrt, bei der Messe emporgehoben und kniefällig verehrt. Bei der Reformation behielten die Lutheraner die H. bei; die Reformierten wählten wieder gewöhnliches Brot, welches bei der Kommunion gebrochen wird. Die Sitte des Brotbrechens gilt auch als Kennzeichen der evang. Union (s. d.). Die griech. Kirche bedient sich gesäuerten Brotes.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 9, S. 413Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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