Insterburg, Kreisstadt und Garnisonsort im ostpreuß. Regierungsbezirk Gumbinnen, 90 Em östlich von Königsberg, an der Angerapp und Inster, welche sich hier zum schiffbaren Pregel vereinien, freundlich gelegen, Station der Linien J.⸗ Memel-Königsberg-Eydtkuhnen, J. Lyck, Thorn-J. der Preußischen Staatsbahnen, ist Sitz eines Land- und Amtsgerichts, eines Landratsamts, einer Handelskammer und einer Reichsbankkommandite, hat ein Schloß, zwei evang. Kirchen, ein Gymnasium mit Realgymnasium, eine höhere Töchterschule, eine Fortbildungsschule, eine Provinzialstrafanstalt, ein bedeutendes Landgestüt, eine landwirtschaftliche Versuchsstation und zählt (1880) 18745 meist prot. E. J. treibt bedeutenden Handel mit Getreide, Flachs u. dgl. Zahlreiche Genossenschaften, darunter der Vorschußverein mit einem Umsatz von nahezu 30 Mill. Mark, unterhalten ein reges gewerbliches Leben. — J. ist als Schloß vom Deutschen Orden erbaut worden, war eine Komturei und wurde 1317 in eine Pflege verwandelt. Nachdem 1525 die Pflege aufgehoben und J. der Sitz eines Amts geworden war, wurde der Ort 1583 zur Stadt erhoben. Der Kreis Insterburg zählt 1200 akm mit (1880) 71349 meist prot. C.