Johannisburg, Kreisstadt in der preuß. Provinz Ostpreußen, Regierungsbezirk Gumbinnen, am Ausflusse des zum Narew gehenden Pischflusses aus dem Rosch-See, in 116 m Höhe, 53 km von Lötzen, Station der Linie Allenstein-J. der Preußischen Staatsbahnen, mit (1880) 2973 meist prot. E., ist Sitz eines Landratsamts, eines Amtsgerichts, eines Hauptzollamts und zweier Oberförstereien. Das ehedem sehr wichtige, 1345 erbaute Schloß lag im NO. der Stadt um den jetzt noch den Namen Schloßplatz führenden freien Platz. Erhalten ist noch ein Flügel davon, das sog. Knappenhaus, jetzt in Privatbesitz. Der Kreis Johannisburg zählt auf 1675/4 qkm (1880) 46 628 meist prot. E. Jopaunts Empfängnis, der 24. Sept. ohannis Enthauptung, der 29. Aug. ohannisfeuer oder Würzfeuer ist wahrscheinlich ein heidnischer, in die christl. Kirche übergegangener Gebrauch. In den ältesten Zeiten der Kirche pflegte man in der Nacht vor dem Johannistage Feuer anzuzünden, über die man hinwegsprang, um durch den aufsteigenden Dampf den Teufel von sich zu bannen. Noch Bor werden in vielen Gegenden Deutschlands am Vorabende des dranuttoder un auf den apgesen Holzhaufen verrannt oder San Schüsse abgefeuert. ohannisgürtel, s. Lycopodium. ohannisjünger oder Johannischristen, s. Sabier. Shauuistrant „s. Maikäfer. ohannislauch, s. Jakobslauch. ohannisorden heißen verschiedene geistl. Bruderschaften, welche den Apostel Johannes zu ihrem Schutzpatron haben. Im J. 1205 begründeten Kreuzritter zu St.⸗Jean d'Acre den Ritterorden von St. Johannes dem Täufer und St. Thomas zum Schutz der Pilger und zum Kampfe gegen die Ungläubigen. Der Orden breitete sich in Italien und Spanien aus, that sich im Kampfe gegen die Sarazenen hervor, ging aber später in dem Johanniterorden (s. d. auf.