Jodtinktur (Tinctura Jodi) der Pharmakopöe ist eine Lösung von 1 Teil Jod in 10 Teilen Alkohol. Die erste Auflage der Pharmakopöe führte lchend a noch eine Linctura Iodi decolorata, bestehend aus Jod, unterschwefligsaurem Natron, Wasser, von jedem 10 Teile, versetzt mit 16 Teilen Ammoniak und 75 Teilen Weingeist. Letzteres Präparat ist durch die zweite Auflage der Pharmakopöe beseitigt. Wässerige oder Lugols Jodtinktur heißt eine Lösung von 1 Teil Jod und 1/5 Teilen Jodkalium in 24 Teilen Wasser. Krankheitserscheinungen, welche durch den übermäßigen Gebrauch von Jod am heufaten ind hervorgerufen werden, kommt am häufigsten in chem. Fabriken bei der gewerbsmäßigen Beschäftigung mit Jodpräparaten, ferner bei zufälliger oder absichtlcher Vergiftung mit der offizinellen Jodtinktur und bei dem länger fortgesetzten medizinischen Gebrauch von Jod, Jodoform und Jodkalium vor. Die akute Jodvergiftung gibt sich durch eine heftige Magen-und Darmentzündung mit brennenden Schmerzen im Rachen, Schlund und Magen, Erbrechen, reichlichen Stuhlentleerungen, Harnverhaltung, heftigen Kopfschmerzen, Ohnmachtsanfällen und raschem Kräfteverfall zu erkennen; die erbrochenen Massen sehen gewöhnlich mehr oder weniger blau (Jodreaktion) und besitzen den spezitung hat in der Regel einen hartnäckigen Katarrh der Echleimhäute, insbesondere der Rachen⸗ und Nasenschleimhaut (d. i. den sog. Jodschnupfen), ferner Kopfichurerzen, Verdauungsstörungen, Gliederzittern und einen eigentümlichen knötchen⸗ oder pulstelartigen Hautausschlag (Jodexanthem), mitunter auch den Schwund gewisser Drüsenorgane (Schilddrüse, weibliche Brustdrüse, Hoden) zur Folge. Die Behandlung besteht bei der akuten ndemehtin größern Gaben von Weizen⸗ oder Stärkemehlkleister, Zuckerwasser, Zuckermagnesia und Eiweiß, ei dem chronischen Jodismus in der sofortigen Unterbrechung der Jodzufuhr, und einer allmählichen Kräftigung des Körpers durch Bäder, eine milde leichtverdauliche Nahrung und fleißige Körperbewegung im Freien.