FeedJodoform
NaturlehreBrockhaus 1882

Jodoform, Triiodmethan,‚ Formyliodid, Methenyltriiodid CIIlz, die dem Chloroform entsprechende Jodverbindung, 1822 von Serullas entdeckt, entsteht bei der Einwirkung von N auf Alkohol bei Gegenwart von wässerigem lkali oder von Lösungen kohlensaurer Alkalien. Außer dem gewöhnlichen Alkohol liefern auch die demselben homologen höhern annbalto Aceton und andere Körper J., aus Methylalkohol, Ather, Chloroform und andern ist dagegen kein J. zu erhalten. Zur Darstellung löst man nach Mohr 5 Teile kohlensaures Kali und 6 Teile Jod in 12 Teilen Wasser und erwärmt nach Zusatz von 6 Teilen Alkohol, bis die Flüssigkeit entfärbt ist. Nach dem Erkalten krystallisiert das J. Die dabei zu erzielende Ausbeute entspricht ungefähr einem Drittel des angewandten Jods, der Rest der tleine bleibt als Jodkalium Eaulh Das J. bildet kleine glänzende, gelbe Krystallblättchen von afrwider-Geschmack und eigentümlichem, vielen höchst widerwärtigem Geruch, unlöslich in Wasser, löslich in 50 Teilen kaltem und 10 Teilen kochendem Alkohol, leicht loöslich in Ather. Aus der alkoholischen Lösung scheidet es sich beilangsamem Verdunsten in großen Krystallen ab. Es schmilzt zwischen 115 und 12⁰⁵²,, bei höherer Temperatur wird es unter partieller Zersetzung verflüchtigt. Das J. wird in neuerer Zeit vielfach in der Medizin und Chirurgie verwandt. verwandten, Jod enthaltenden Substanzen. Seitdem die in gewissen Krankheiten äußerst wirksame Heilkraft vieler Jodverbindungen erkannt war, hat man sich mit Vorliebe dieser Präparate bedient und nach und nach eine Masse derselben, häufig sehr uberflussigerweise, in den Arzneischatz gezogen. Namentlich franz. Arzte und 475 haben sich in der Aufstellung immer neuer iodhaltiger Arzneiformeln hervorgethan. Mit der Herausgabe der Deutschen Pharmakopöe, und namentlich der zweiten Auflage, hat eine sehr erwünschte Sichtung derselben stattgefunden und es sind gegenwärtig nur noch die folgenden offizinell: Ferrum iodatum, Eiseniodür, s. unter Elf en(⸗Verbindungen 4a); Hydrargyrum biiodatum, Quecksilberiodid, und Hydrargyrum iodatum, Quecksilberiodür, s. unter Quecksilber(Verbindungen); Jodoform (s. d.); — (s. d.); Kalium iodatum, Jodkalium, s. unter alium(Verbindungen); Natrium iodatum, Jodnatrium, s. unter Natrium (Verbindungen); Plumbum iodatum, Jodblei, s. unter Blei(⸗Verbindungen 9); Syrupus Ferri iodati, Jodeisensirup, s. unter Eisen (Verbindungen 4a); Tinctura Iodi, Jodtinktur (s. d.); Unguentum Kalii iodati, Jodkaliumsalbe (s. d.). (bindungen).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 9, S. 649Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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