FeedIrmak (arab.)
Sagen & MythenBrockhaus 1882

Irmak (arab.), Fluß. [Planeten.) rmensäulen, s. unter Irmin. rmin oder Irmino, der Name des mythischen Ahnherrn des vornehmsten, ältesten und größten westgerman. Stammes, der Hermionen. Nach aller Wahrscheinlichkeit war J. Beiname des von den Schwaben Ziu, von den Bayern Eru genannten Gottes, des sächs. Tiu (Ty), des nordischen Tyr, wie ja auch der sächs. Mönch Wittekind ihn als Mars auffaßt. Abgeleitet ist der Name J. von einer Wurzel ra - sich erheben, und bedeutet daher ursprünglich: der Erhabene. In allen german. Dialekten hat sich dieser Name als erster Teil von Kompositis erhalten und gibt dem Begriffe, welchem er beigefügt ist, seine größte Ausdehnung und Steigerung (althochdeutsch irman, altnord. iormun), z. B. irmin diot, das ganze Menschenvolk; irmin got, der höchste Gott; irmansül, die allgemein verehrte Säule; iormungandr, das größte Ungeheuer u. dgl. Auch in Eigennamen, wie Ermanrich, kommt das Wort vor. Die Irmensäule (irminsäl) gehört zu dem Kultus des J.; man kennt deren zwei in der deutschen Geschichte: die eine, von Karl d. Gr. zerstört, am Eresberge in Westfalen, die andere bei Scheidungen a. d. U., der alten thüring. Königsburg. Zu denken sind die Irmensäulen als hochragende Holzsäulen oder gewaltige Baumstämme, die, in einem heiligen Haine errichtet, das Hauptheiligtum eines ganzen Volks waren, welches dem J. dort die feierlichsten Opfer brachte. Die Zerstörung einer Irmensäule war daher der völligen Besiegung des Volks und Zerstörung seiner staatlichen Unabhängigkeit gleich.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 9, S. 670Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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