Hermunduren, ein großes german. Volk, das im W. durch die Werra von den Chatten, im N. durch den Harz von den Cheruskern, im O. durch die Elbe von den Semnonen, im S. durch den 94½ und das Erzgebirge von den Narisern (Varisten) und Markomannen geschieden und anfangs mit unter dem allgemeinen Namen der Sueven (s. d.) kiberarh wurde. Aus Abneigung gegen Marbods übergriffe nahmen sie auf Antrieb der Römer in den letzten Jahren vor Christi Geburt das von den Markomannen aufgegebene Maingebiet großenteils in Besitz. Sie halfen im J. 20 n. Chr. unter Vibilius die Herrschaft, die der Gotone Catualda durch Marbods Vertreibung über die Markomannen erlangt hatte, stürzen. Mit den Chatten kämpften sie 58 n. Chr. siegreich um den Besitz von Salzquellen, welche man zu Salzungen an der Werra gefunden zu haben glaubt. Mit den Römern im Donaugebiet, namentlich zu Augsburg, standen sie zu des Tacitus Zeit in Handelsverbindungen. Nachher wird ihr Name unter den Völkern, die in dem großen Markomannischen Kriege gegen Mare Aurel kämpften, erwähnt. Sie gelten als die unmittelbaren Vorfahren des Hauptbestandteils der spätern Thüringer. Vgl. Kirchhoff, Thüringen doch Hermundurenlando (Lpz. 1882); Dahu, „Deutsche Geschichtes (Bd. 1, Gotha 1883).