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ErdkundeBrockhaus 1882

Isar (der Isarus der Alten, im Mittelalter Vsara und Isura), einer der bedeutendsten südl. Nebenflüsse der deutschen Donau, entspringt am hintern Grabenkahrspitze im tirol. Karwendelgebirge, fließt zuerst westlich durch das Hinterauerthal, wendet sich dann nordwärts durch die Scharnitz nach Bayern, das sie oberhalb Mittenwald erreicht, wo sie Isarquerthal und Isarwinkel durchschneidet und weiter, in 908106 Richtun „lange parallel mit dem Inn, das seenreiche Oberbayern (vormals Isarkreis) und den kornreichen, südlich der Donau gelegenen Teil Niederbayerns in nahezu gleiche Hälften teilt. Durch ihre Nebenflüsse, von welchen Loisach und Amper die bedeutendsten sind, steht sie mit den vielen Seen des Berg⸗ und Vorlandes vom Eib⸗, Walchen- und Kochel- bis zum Ammer- und Würmsee und mit den großen Moorflächen (Dachauer⸗, Ismaninger⸗ und Erdingermoos) in Verbindung. Bei Tölz verläßt sie das Gebirge, in dessen Grenzen ihre wildromantischen Ufer wenig bewohnt sind. Durch schön bewaldete Hügel fließt sie in breitem Bett mit vielen Sandbänken mit stark wechselndem Wasserstand, nur mühsam flößbar, der Schiffahrt unzugänglich nach München, von dort durch dichter bewohnte und bebaute, aber meist flache und reizlose Landschaft nach Freysing und Landshut, und weiter zur Donau, die sie nach 352 km langem Lauf unfern Deggendorf bei Isargmünd erreicht. Das gesamte Flußgebiet, der Kern der altbayr. Lande, erstreckt sich auf 9416 àkm. Die Floßfahrt ist von geringer Bedeutung, die Benutzung der J. zur Holztrift hat beinahe vollständig aufgehört. sardschik, Flecken in Serbien, s. Grotzka. saschar (genauer: Issachar, d. h. ees gibt Lohno) ist der Name eines der 12 israel. Stämme, als deren Stammvater die Sage einen gleichnamigen Sohn Jakobs von der Lea bezeichnet. Bei der Eroberung Palästinas unter Josua fiel diesem Stamme die Ebene Jesreel zu nebst Umgebung bis ostwärts zum Jordan. digo, s. Indigblau. Isatis L., Pflanzengatttung aus der Familie der Cruciferen. Man kennt gegen 30 Arten, die in Europa, Nordafrika und im nördl. und mittlern Asien vorkommen. Es sind ein-⸗ oder zweijährige, aufrechte, krautartige Pflanzen mit gelben, in Trauben angeordneten Blüten. Die wichtigste Art ist der Waid oder Färberwaid, I. tinctoria L., welcher im mittlern und südl. Europa, so- wie im Orient auf sonnigen Plätzen wild wächst. Der Stengel wird 0,5 bis Um hoch und ist wie die spannenlangen, ganzrandigen, mit ihrer pfeilförmigen Basis denselben umfassenden Blätter von seegrüner Farbe. Nach oben verästelt er sich in eine aus zahlreichen Blütentrauben bestehende Rispe. Die Blüten sind vierblätterig, klein und elb. Die Echen .Wie Schötchen hängen an haareinen Stielchen. ie Blätter geben Indigblau und waren schon den Alten als Farbematerial bekannt. Im Mittelalter wurde er allgemein angebaut und in Deutschland besonders in Thüringen erzeugt, wo die fünf Städte Erfurt, Gotha, Langensalza, Tennstädt und Arnstadt wegen ihres (bei den drei erstgenannten noch jetzt nicht völlig eingegangenen) Waidbaues und Waidhandels die fünf Waidstädte hießen. Die große Wohlfeilheit des Indigo hat den Waid ziemlich außer Anwendung gebracht; nur während der Kontinentalsperre legte man sich eifriger auf seinen Anbau, der besonders auf trockenem Lehmboden mit Vorteil betrieben wird. Die Blätter werden dreimal im Jahre bei trockenem Wetter abgeschnitten, in kleine kugelige Ballen geformt, in Wannen mit Wasser übergossen und, indem man dieses bei einer Temeratur von 15 — 20 C. erhält, in Gärung geracht. Nach etwa 20 Stunden zieht man die Flüssigkeit ab, scheidet durch Kalkwasser den Farbestoff ab, der als gelbe Masse niederschlägt, und behandelt diese mit Salzsäure. Dann bleibt bloß der blaue Farbestoff (das Indigblau) übrig, das in Holzformen bei 60 — 80 C. getrocknet wird. Gegenwärtig wird der Waid nur zur Bereitung einer besondern Art Indigküpe, der sog. Waidküpe, angewendet. Farbereicher als der deutsche Waid ist der französische oder languedoesche, der vorzüglich aus der Provence und Normandie kommt. Die Samen des Waid enthalten ein dem Leinöl gleichkommendes Ol. Die einen scharfen Saft enthaltenden Blätter wurden früher äußerlich gegen Geschwüre angewendet. (S. Tafel: Farbepflanzen, Fig. 7.) Ffaure (Clemence), die Erneuerin der Jeux floraux (s. d.). ö

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 9, S. 680Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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