Katzen, wilde, Sind grösser als die zahmen, grau und schwartzstreiffigt, oder auch mit schwartzen Flecken gezeichnet, haben einen dickhärigen zottigen mit schwartzen Ringen gezierten Schwantz, dessen äusserster Theil oder Spitze gantz schwartz ist, die Pfoten sind inwendig ebenfalls schwartz, und über den obern Theil des Halses und den Rücken gehet ein Strich von gleicher Farbe. Der Kater von diesen heisset ein Baumrutter. Jhre Wohnung ist meistentheils in grossen dicken Wäldern und Gesträuchern, wo das Geflügel pfleget zu nisten, halten sich auch gerne bey grossen Seen, Teichen und Flüssen auf, wo es viel Geröhricht giebt, nicht allein die Nester der Enten, Taucher, Rohr-Hünlein und Sperlinge daselbst zu berauben, sondern auch, wenn bisweilen die Teiche zu bald abgelassen werden, und sich etliche Fische in dem Geröhricht verschlagen, dieselbigen heraus zu langen, weil sie solche nicht weniger als die heimischen Katzen, gerne essen. Dem Geflügel zu Holtz und Felde, sowol alt als jung, thun sie grossen Schaden, fangen auch mit besonderer Behendigkeit Hasen, Caninichen, Hamster, Maulwürffe und Feld-Mäuse hinweg. Sie lauren auf den Bäumen, hören leise, sehen scharff, und so sie was gewahr werden, drücken sie sich auf dem Ast nieder, und liegen so lange stille, bis sie ihren Vortheil ersehen, und darauf wie ein Pfeil herunter springen; wenn sie von Hunden angepacket werden, wehren sie sich ungemein scharff. Sie nisten in hohlen Bäumen, auch wol bisweilen in Felsen. Jhre Brunst geschiehet im Januario des Naches mit grausamen Geschrey und Gemurmel von vielerley Stimmen, es beissen und kratzen sich auch zu solcher Zeit viele Kater lahm und zu schanden. Die Katze träget ebenfalls neun Wochen, wie andere Raub-Thiere, und bringet ihre Jungen blind. Wenn diese zwey Jahr alt werden, so bekommen sie ihre vollkommene Grösse, und werden im Herbste sehr fett. Zu Zeiten pflegen auch die zahmen Katzen, wenn sie nach Mäusen, Vogel-Nestern und jungen Hasen in die um die Dörffer gelegene Felder und Büsche sich gewöhnen, wild zu werden, also, daß ihnen solche Rahrung besser schmecket, als die Haus-Mäuse, zumal wenn der Haus-Vater ihnen nicht zu fressen giebet, sie Noth leiden lässet, und wenn sie naschen, öffters schläget, oder ihnen sonst von dem Haus-Hund allerhand Leid und Verdruß angethan wird, da sie denn ausreissen, sich an die wilde Lebens-Art gewöhnen, und durch die Länge der Zeit eine recht wilde Natur an sich nehmen; dahero auch durch deren Vermischung öffters schwartze oder röthlichgraue wilde Katzen gefunden werden. Wenn man ihre Löcher in hohlen Bäumen und in der Erden ausspüren kan, so leget man vor das Loch ein Schlag-Eisen, vermacht es wohl mit Laub, Schnee oder Erden, da sie sich denn selbsten fangen; oder man umstellt das Loch mit Hasen-Netzen, und räuchert die Katzen her aus; sie werden auch mit dem Wachtel- oder Hasen-Pfeifflein geschossen, oder auch in Schlag-Bäumen oder Drat-Schleiffen gefangen. Der Balg wird denen dicken Wassersüchtigen und corpulenten und geschwollenen Leuten zu Brust-Lätzen dergestalt verordnet, daß sie solchen mit denen Haaren auf blosser Haut tragen müssen, den Kopff unten, und das Hintere oben, da denn solcher das Aufgedunsene abzehren, und die schwachen Magen stärcken, denen magern Leuten aber höchst schädlich seyn soll. Das Fett erwärmet und lindert allerley Glieder-Schmertzen; in einer Nuß-Schale auf den Nabel gebunden, soll es ein bewährtes Mittel wider die fallende Seuche seyn.