Jacini (Stefano), ital. Nationalökonom und Staatsmann, geb. 1827 zu Casalbuttano (Provinz Cremona), studierte, nachdem er zu Hofwyl bei Bern seine Vorbildung erhalten, auf verschiedenen ital. und ausländischen Universitäten die volkswirtschaftlichen und philol. Fächer und zog 1851 die Aufmerksamkeit auf sich durch eine Schrift über die Zustände des Grundeigentums und der ackerbauenden Bevölkerung der Lombardei. Einige Jahre später beauftragte ihn der österr. Generalgouverneur des Lombardisch-Venetianischen Königreichs, Erzherzog Maximilian, die Ursachen der wirtschaftlichen Übelstände des Veltlin zu untersuchen. J. bezeichnete in seiner Schrift „Le condizioni economiche della Valtellina nel 18585 die österr. Fremdherrschaft als die einzige Ursache jener übelstände und erregte damit großes Aufsehen in ganz Europa. Cavour ernannte ihn nach Annexion der Lombardei im Jan. 1860 zum Minister der öffentlichen Arbeiten in dem neugebildeten Kabinett, dessen Mitglied er über ein Jahr blieb. Die gleiche Stellung nahm er dann zum zweiten mal in dem im Sept. 1864 von General La Marmora gebildeten Kabinett ein und behielt sie bis 1867. Drei Jahre —7 1870, wurde er zum Senator ernannt. Als Minister hat sich J. um die Einrichtung der Posten, Telegraphen und Eisenbahnen in dem neuen Königreich Italien verdient gemacht und namentlich mit unermüdlichem Eifer für die Herstellung der St. Gotthardbahn gewirkt. Später erschienen noch von ihm: Due anni di politica italianad (Mail. 1868), Sulle opere pubbliche in Italia nel loro rapporto collo statop (Mail. 1870), „Sulle condizioni della cosa pubblica in Italia dopo il 18700 (Rom 1872), (Un po' di commenti sul Trattato di Berlinoo (Rom 1878), «Sulla politica esteraob (Rom 1879), I conservatori e la evoluzione naturale dei partiti politici in Italiah (Rom 1879), «Relazione sulla decima circoscrizionep (Rom 1882).