Alfiéri (Cesare), Marchese di Sostegno, ital. Staatsmann, geb. 13. Aug. 1799 in Turin, stammt aus einem alten Patriciergeschlecht der piemont. Stadt Asti, dem auch der Dichter gleiches Namens angehört. A. trat fruhzeitig in Militärdienste, ging aber bald zur diplomatischen Laufbahn über und war nacheinander sardin. Legationssekretär an den Höfen zu Petersburg, Berlin, Florenz, seit 1825 zu Paris, woselbst sein Vater, Carlo Emmanuele A., ein ausgezeichneter Patriot, den Gesandtschaftsposten innehatte. Als Karl Albert 1831 den Thron bestieg, berief er A. an den Hof, wo derselbe, bereits mit Cavour und den Brüdern Azeglio verwandtschaftlich verbunden, an diese sich anschloß. Im J. 1842 trat er in die von Cavour und andern Gleichgesinnten gestiftete Ackerbaugesellschaft (Associazione agraria) ein, die zugleich ein Mittelpunkt des sozialen und polit. Verkehrs war, als deren Präsident er später wirkte. Zum Präsidenten der Reformkommission durch König Karl Albert ernannt, leistete er hier vuhe der besonders war die Errichtung der Lehrstühle der Rechtsgeschichte, der polit. Hkonomie, des Völkerrechts, des Verwaltungsrechts u. s. w., wie die Emanzipation der Universitäten sein Werk. A. gehörte zu denen, die den König am eifrigsten zur Gewährung einer freien Verfassung drängten, und er erhielt auch den Auftrag, diese Verfassung auszuarbeiten. Erst 1—4— der Niederlage von Custozza 1848 rief ihn der König an die Spitze der Geschäfte. A. fand aber in dieser Stellung an Gioberti den heftigsten Gegner, dem er nach kurzer Zeit weichen mußte, um wieder als Vizepräsident in den Senat einzutreten, an dessen Verhandlungen er —— lebhaften Anteil nahm; 1856 — 60 war er Präsident des Senats. A. starb 16. April 1869 zu Florenz, wo ihm 1877 in der Kirche Sta.⸗Croce eine Erinnerungstafel gesetzt wurde.