FeedJacötot (Jean)
AllerleiBrockhaus 1882

Jacötot (Jean), bekannt durch seine eigentümliche Unterrichtsmethode, die Jacototsche Me⸗ ——— geb. 4. März 1770 zu Dijon, praktizierte Advokat, wurde dann Vrofesior der Humanitätswissenschaften, hierauf Kapitän der Artillerie, später Selretär im Kriegsministerium und, nachdem er einige Zeit Substitut des Direktors der Polytech— nischen Schule und Professor der Mathematik in Paris gewesen, als Professor der franz. Sprache und Litteratur nach Löwen berufen. Hier trat er seit 1818 mit seiner Methode des Universalunterrichts hervor. J. starb zu Paris 31. Juli 1840. Die Grundsätze, auf welche sich die neue Unterrichtsmethode wesentlich stützte, waren etwa folgende: Wer etwas fest will, kann es. Der menschliche Geist vermag sich selbst zu unterrichten ohne anweisenden Lehrer. Die Geistesanlagen (iutelligences) sind dei allen gleich. Die Methode J.s geht, wie die Pestalozzis, darauf hinaus, den Geist in Thätigkeit zu setzen und aufs höchste zu kräftigen. In Beziehung auf das Lernen, das Erwerben von Kenntnissen das Erkennen und die Einsicht in das Wesen der menschlichen und natürlichen Dinge, die durch die Erfahrung geboten werden, stellt J. die unausgesetzte bung und Stärkung des Emeniich an die Spitze. Der Sprachunterricht, nament ich der Lese-Unterricht, ist in seiner Methode am weitesten entwickelt worden. Aber auch auf Mathematik, Geographie, Geschichte und Naturkunde, selbst auf Musik und Zeichenkunst wurde dieselbe angewendet. Die neuere Pädagogik hat einige — — J.3 adoptiert, wie auch die Vogelsche Le hrmethode und verschiedene andere neue Fibeln sich zum Teil auf gründen. Vgl. J.s Universalunterricht, oder ernen und Lehren nach der Naturmethoder (deutsch von Krieger, Zweibr. 1833), bearbeitet von Weingart (Ilmenau 1830), Braubach (Marburg 1830), Krieger (Zweibr. 1830) und Hoffmann (Jena 1835). Der Methode J.s ist die Hamiltons (s. d.) ähnlich.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 9, S. 767Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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