Huet (Pierre Dan., lat. Huetius), franz. Gelehrter, geb. zu Caen 8. Febr. 1630, erhielt seine Bildung durch die Iderts und begleitete 1652 Bochart an den Hof der Königin Christine von Schweden. Später wurde er mit Bossuet am Hofe Ludwigs XIV. Lehrer des Dauphin, für den er mit Bossuet die Ausgaben der alten Klassiker in usum Delphini besorgte. Nachdem er 1676 die Weihen empfangen, erhielt er 1678 die Abtei Aunay und 1685 das Bistum Soissons, das er nachher gegen das von Avranches vertauschte. Doch gab er 1699 sein Bistum auf und erhielt dafür die Abtei Fontenay bei Caen. Um ganz den Studien zu leben, zog er sich später in das Profeßhaus der Jesuiten zu Paris zurück, wo er 26. Jan. 1721 starb. Seit 1674 war er Mitglied der Akademie. Um die Hermeneutik und Geschichte der Litteratur machte er sich durch die Schriften «De optimo genere interpretandi et de claris interpretibuso (Par. 1661) und Sur P'origine des romanso (Par. 1670; neue Ausg. von Desessarts, 1799) verdient. In seiner Demonstratio evangelicad (Par. 1679), der Censura philosophiae Cartesianaes (Par. 1689) und den «Mémoires pour servir à I'histoire du Cartésianismes (Par. 1692; neue Ausg. 1698 u. Par. 1711) bekämpfte er die Philosophie, besonders die Cartesianische, welcher er vorher anhing. Als seine Gegner traten besonders Silv. Regis und Ant. Muratori auf. Außerdem gab H. Carmina latina et graecan (Utr. 1664), (Histoire du commerce et de la navigation des ancienso (Par. 1716; neue Ausg., Lyon 1763) und vieles andere heraus. Seine Hissertations sur diverses matières de religion et de philosophier wurden von Tilladet (2 Bde., Par. 1712) herausgegeben; seine philos. und litterarischen Bemerkungen sammelte Olivet in den (Uuetianav (Par. 1722). Sein Leben beschrieb er selbst in (Commentarii de rebus ad eum pertinentibusv (Amsterd. 1718; franz., Par. 1853). Vgl. die Charakteristiken von Bartholmeß (Par. 1850) und Barach (Wien 1862), und Henry, ILettres inédites extraites de la correspondance de II.v (1879).