FeedJambi (Djambi)
ErdkundeBrockhaus 1882

Jambi (Djambi), Fluß und Vasallenstaat der Niederländer auf der Insel Sumatra in Hinterindien. Der Fluß J. ist in der Mitte zwischen den fast parallel mit ihm in der Richtung von Westen gegen Osten strömenden Flüssen in der östl. Hälfte von Sumatra, nämlich dem 5 von P8 (s. d.) . und dem Musii oder Fluß von Palembang südli von ihm gelegen. Er entspringt in der Landschaft Korintji in den Vorbergen des Sumatra in seiner ganzen Länge von Norden nach Süden durchziehenden Barissangebirges und ergießt sich unter 1˙ südl. Br. und 104 50 östl. L. von Greenwich in die Chinesische Südsee. Der niederländ. Vasallenstaat J., dessen Selbständigkeit sehr unbedeutend ist, bildet in administrativer Hinsicht eine unter einem Kontrolleur, der zugleich die Stelle eines polit. Agenten bei dem Sultan von J. wahrnimmt, stehende Abteilung der niederländ. Residentschaft Palembang. Das Reich J. breitet sich von dem Barissangebirge, in seiner Mitte von dem Fluß J. durchströmt und nördlich von dem kleinen Vasallenstaat Indragiri, südlich von Palembang begrenzt, bis zu der Chinesischen Südsee aus. Hauptort ist J., am rechten Ufer des gleichnamigen Flusses, der bis hierhin für europ. Schiffe von mittlerer Größe befahrbar ist, ungefähr 60 Em von seiner Mündung gelegen. J. ist Sitz des Sultans. Sstlich und unterhalb von J. liegt an dem Zusammenfluß des J. und der Kompeh Muära-Kompeh, wo sich eine Honländ. Garnison befindet. Die Bevölkerung von J., wie die von den angrenzenden Distrikten von Palembang und Indragiri, besteht aus Malaien, denen aber schon seit mehrern Jahrhunderten spezifisch javanische Volkselemente beigemengt sind. Sie ist im allgemeinenfanatisch mohammedanisch gesinnt und gilt für falsch, unzuverlässig und den Niederländern abgeneigt. Bemerkenswert in J. wie in dem nördl. Palembang sind die von Jahr zu Jahr spärlicher werdenden Überreste der Kubu, eines sehr eigentümlichen, außer allem Verkehr mit der übrigen Bevölkerung lebenden Volksstammes.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 9, S. 791Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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