Janssen (Johs.), Historiker, geb. 10. April 1829 zu Xanten am Niederrhein, studierte Philologie und Geschichte an der Akademie zu Münster und an den Universitäten zu Löwen, Bonn und Berlin. Im J. 1854 habilitierte er sich als Privatdocent der Geschichte in Münster, wurde aber noch in demselben Jahre Professor der Geschichte für die kathol. Schüler am Gymnasium zu Frankfurt a. M. Im J. 1875 wurde er vom Kreise Malmedy-Schleiden-Montioie zum Mitgliede des Reichstags erwählt, wo er dem Centrum angehörte, nahm aber bei der Neuwahl im J. 1876 kein Mandat wieder an. Im J. 1860 war er in den geistlichen Stand getreten und wurde 1880 vom Papste zum päpstl. GHausprälaten und apostol. Protonotar ernannt. Seine hauptsächlichsten Schriften sind: Wibald von Stablo und Korveiv (Münster 1854), 4Geschichtsquellen des Bistums Münstero (Bd. 3, Münster 1855—56), Frankreichs Rheingelüste und deutschfeindliche Politiko (Frankf. a. M. 1861), «Frankfurts Reichskorrespondenzy (2 Bde., Freib. i. Br. 1863—73), 4«Schiller als Historiker (Freib. i. Br. 1863), „Böhmers Leben, Briefe und kleinere Schrifteno (3 Bde., Freib. i. Br. 1868), Zeit⸗ und Lebensbilder » (Freib. i. Br. 1875; 3. Aufl. 1879), „Friedr. Leopold Graf zu Stolberge (2 Bde., Freib. i. Br. 1877—78). Von seiner „Geschichte des deutschen Volks seit dem Mittelaltero, die er in einseitig tathol. Auffassung darzustellen sucht, sind seit 1876 —84 drei Bände (bis zum Augsburger Religionsfrieden von 1555) in zwölf Auflagen erschienen. Jaussen (Peter Joh. Theod.), Historienmaler, eb. in Düsseldorf 12. Dez. 1844, empfing durch einen Vater, den Kupferstecher Johann Theodor Zeichenunterricht und studierte dann auf der Kunstschule seiner Vaterstadt. Als Sieger in der Konkurrenz erhielt er den Auftrag, das krefelder Rathaus auszumalen, eine Arbeit, die — fünf ahre beschäftigte. In dem Saale daselbst ist die efreiung Deutschlands durch Hermann den Cherusker dargestellt. Für Bremen malte er 1872 das roße Wandbild, die Kolonisierung der Ostseegetade vorstellend. Für Amerika entstand das Olgemälde: Verleugnung Christi durch Petrus. In all diesen groß angelegten Schöpfungen bekundet der Künstler sich als Naturalist, als gediegener Charakristiker und zeigt besondern Sinn für histor. Aufsassung. Ein idealeres Thema, welches er indessen ebenfalls mit gewaltiger Kraft behandelt hat, ist der Freskencyklus aus der Prometheussage, welchen er für die Innendekoration der berliner Nationalgalerie lieferte. Im J. 1874 vollendete er sein Gemälde: vor der Sempacher Schlacht. Ein Cyklus von Scenen aus der Geschichte Erfurts in Kartonzeichnungen entstand 1882 für das dortige Rathaus.