Hinschius (Franz Karl Paul), Kirchenrechtslehrer, geb. 25. Dez. 1835 zu Berlin, besuchte das Gymnasium zum Grauen Kloster daselbst, studierte in Berlin und Heidelberg die Rechte, trat dann in den preuß. Justizdienst, habilitierte sich 1859 an der berliner Universität, wurde 1863 außerord. Professor in Halle, 1865 in Berlin, 1868 ord. Professor in Kiel, seit 1872 in Berlin. In den J. 1871 und 1872 war er Vertreter der Universität Kiel im Herrenhause, 1872— 78 und 1880—81 Mitglied des Reichstags (nationalliberal) für den Wahlkreis Flensburg-Apenrade. Von 1872 bis 1876 arbeitete er zugleich im Kultusministerium unter dem Minister Falk und beteiligte sich an der Ausarbeitung der Kirchengesetze der J. 1873 bis 1876. Im J. 1884 wurde er zum Geh. Justizrat ernannt. Er veröffentlichte: «Das landesherrliche Patronatrecht gegenüber der kath. Kirche » (Berl. 1856), Deeretales PSeudo-Isidorianae et Capitula Angilramnis (die erste kritische Ausgabe des Pseudo-Isidor, 2 Tle., Lpz. 1863), «Die evang. Landeskirche in Preußen und die Einverleibung der neuen Provinzeno (Berl. 1867), Das Kirchenrecht der Katholiken und Protestanten in Deutschland v (Bd. 1—3, Berl. 1869 fg.), «Die Stellung der deutschen Staatsregierungen gegenüber den Beschlüssen des Vatikanischen Konzilso (Berl. 1871), „Die Orden und Kongregationen der kath. Kirche in Preußeno (Berl. 1874). Ferner gab er die preuß. Kirchengesetze und das Gesetz über die Beurkundung des Personenstandes mit Kommentar heraus (Berl. 1875). Mit seinem Vater Franz Sales August H. (geb. 29. Aug. 1807 zu Berlin, gest. als Rechtsanwalt und Geh. Justizrat daselbst 4. Dez. 1877) gab er 1862—66 die Preuß. Anwaltszeitungo, 1867—68 die Zeitschrift für Gesetzgebung und Rechtspflege in Preußen» heraus.