Jaffe (Phil.), namhafter Geschichtsforscher, geb. 17. Febr. 1819 zu Schwersenz bei Posen, udierte zu Berlin Geschichte, gewann 1843 mit seiner „Geschichte des Deutschen Reichs unter Lothar dem Sachsen» (Berl. 1843) einen von der philos. Fakultät ausgeschriebenen Preis und veröffentlichte die „Geschichte des Deutschen Reichs unter Konrad III.v (Hannov. 1845). Großes Verdienst erwarb sich J. durch sein Werk „Regesta pontificum Romanorum ad annum 1198 (Berl. 1851). Da er als Jude von der akademischen Wirksamkeit in Preußen ausgeschlossen war, studierte er 1850—53 in Berlin und Wien Medizin, wurde aber 1854 zum Mitarbeiter bei der Herausgabe der cMonumenta Germaniae historicao unter Pertz' Leitung berufen; seine Arbeiten für die cMonumentav, für die er lange in Italien reiste, gehören zu dem Besten, was die philol.⸗histor. Kritik geleistet hat. Doch kam J. mit Pertz in Konflikt, sodaß er 1863 aus dieser Stellung schied, nachdem er 1862 zum außerord. Professor der Geschichte an der berliner Universität ernannt war. Daneben schuf J. in seiner (Biblio. theca rerum Germanicarumv (6 Bde., Berl. 1864 —73) ein Meisterwerk. Schließlich verfiel J. in Schwermut und machte 3. April 1870 zu Wittenberg seinem Leben ein Ende. Nach seinem Tode veröffentlichte Wattenbach die im Verein mit J. bearbeitete Eeclesiae metropolitanae Coloniensis codices (Berl. 1874).