Japanisches Wachs, ein Pflanzenfett, welches nicht mit dem Chinesischen Wachs (s. d.). zu verwechseln ist. Es findet sich in den Zellen des Samengewebes von Rhus succedanea, eines in Japan und China einheimischen, aber auch in Ostindien kultivierten Baumes. Die Samen werden im Herbst geerntet, dann etwa 14 Tage lang getrocknet, schwach geröstet und heiß gepreßt, wobei sie etwa 25 Proz. Fett liefern. Das Japanische Wachs kommt meist in großen Blöcken von 40—50kg Gewicht, neuerdings aber auch in kleinern Scheiben in den Handel. Von blaßgelber Farbe, an der Luft färbt es sich dunkler. Es ist so hart wie Bienenwachs und hat überhaupt die meisten Eigenschaften desselben, es läßt sich wie dieses in der Hand kneten und formen, der Schmelzpunkt liegt bei den verschiedenen Sorten zwischen 48 und 550. Nach den Untersuchungen von Berthelot besteht es aus Dipalmitin und gehört daher zu den Fetten und nicht zu den Wachsarten, wenn es auch in seinen äußern Eigenschaften diesen sehr ähnlich ist. Das Japanische Wachs bildet einen wichtigen Handelsartikel, es wird namentlich auf der Insel Kiusiu, auf Sikok und den Lin-tschin-Inseln ewonnen und kommt teils über Nagasaki und Ohosatta, teils über Shanghai und Donaien nach Curopa. Es ist ein wertvolles Kerzenmaterial. Vgl. Wiesner, Die Pflanzenstoffer (Lpz. 1873).