FeedJuglans L.
PflanzenreichBrockhaus 1882

Juglans L., Pflanzengattung aus der nach ihr benannten Familie der Juglandeen. Man kennt gegen acht Arten, die in der nördl. gemäßigten Zone Asiens, Curopas und Amerikas vorkommen. Es sind Bäume mit großen, abwechselnd gestellten, unpaarig gefiederten Blättern von eigentümlich aromatischem Geruch, hängenden, dicken, grünlichen Kätzchen mit männlichen Blüten, welche sich an der Spitze der vorjährigen Triebe aus blattlosen Knospen zur Zeit des Laubausbruchs entwickeln, einzeln oder zu mehrern beisammenstehenden weiblichen Blüten, welche an der Spitze der neuen Triebe stehen und einen unterständigen Fruchtknoten und große, fleischige, rote Narben besitzen. Die Frucht ist eine einkernige, von einer fleischigelederartigen, ungenießbaren Schale umgebene Steinfrucht, deren beinharte zweiklappige Kernschale einen zweilappigen, wulstigen, wohlschmeckenden Samen umschließt. Die bekannteste Art ist der gemeine Walnußbaum (J. regia J.). Einheimisch ist derselbe im südöstl. Europa in den Gegenden um das Kaspische Meer, ferner in Japan und Nordchina, vielleicht auch im nordwestl. Indien. Er wird vorzüglich in der südl. Hälfte Europas kultiviert, in milden, geschützten Lagen auch in Norddeutschland, Norwegen, Schweden u. s. w. Im Süden Italiens beginnt er am Gebirge erst bei 1300 m; auf der Südseite der Alpen liegt seine Höhengrenze bei 950—1150, auf der Nordseite bei 800— 1000, in den Vogesen bei 650m. Stellenweise verwildert, kleine Wälder bildend, kommt er vor in Slawonien, der Banater Militärgrenze, Siebenbürgen, am Fuße des Bihariagebirges in Ungarn u. s. w. Er zeichnet sich durch eine sehr tiefgehende und weit ausstreichende Bewurze— lung, eine umfangreiche, breitgewölbte Krone, kahle Blätter mit sitzenden, ganzrandigen Fiederblättchen und eine kahle, zuletzt braungrüne Fruchtschale aus. Der Baum verlangt zu seinem Gedeihen einen humusreichen, feuchten, tiefgründigen Boden und bei uns eine milde Lage, da er harte Winter nicht gut verträgt und namentlich durch Spätfröste sehr leidet. Man vermehrt den Nußbaum durch Aussaat der Nüsse und veredelt die erhaltenen Wild— linge später durch Okulieren. Seine Früchte (Walnüsse oder Welsche Nüsse) werden unreif in Zucker eingemacht gegessen, sind reif und von der fleischigen Schale befreit ein beliebtes Obst. Die Samen (Kerne) sind besonders nach der Entfernung der dünnen sie bedeckenden Haut wohlschmeckend und enthalten eine Menge fettes Ol (Nußöl). Sonst haben alle Teile des Baums einen scharfen bittern Geschmack und starken Geruch. Man pflegt deshalb mit den frischen Blättern die Pferde zu reiben, um sie vor Stechfliegen zu schützen. Offizi— nell sind die grünen fleischigen Schalen und die Blätter. Letztere und ebenso die Rinde geben eine sehr dauerhafte schwarzbraune Farbe. Der Stamm des Baums liefert ein schönes, hartes, dunkel—⸗ braunes Holz, das zu den besten europ. Tischlerhölzern gehört, jedoch von dem des schwarzen Walnußbaums (J. nigra L.) an Schönheit und Härte übertroffen wird. Dieser ist heimisch in den östl. Staaten Nordamerikas und in Texas, wird in Curopa viel als Parkbaum angepflanzt; er unterscheidet sich von dem gemeinen Walnußbaum leicht durch die unterseits behaarten, kurzgestielten und gesägten Fiederblättchen des Blattes und durch schwarze Fruchtschalen, die Frucht ist länglichrund. Auch der in Canada und den östl. und mittlern Staaten Nordamerikas heimische graue Wal— nußbaum (J. einerea L.) wird in Europa viel als Parkbaum angepflanzt; er hat gesägte, beiderseits behaarte Blättchen und eine längliche zugespitzte Steinfrucht.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 9, S. 915Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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