Jekaterinburg oder Katharinenburg, eine von Peter d. Gr. 1723 gegründete und nach Katharina J. benannte Kreisstadt des russ. Gouvernements Perm, auf der asiat. Seite desselben und an der sog. Silbernen Hauptstraße nach Sibirien, Endpunkt der Hauptlinie Perm-J. der Ural-Gebirgsbahn, 390 kmim Südosten von Permtentfernt, liegt malerisch am Ostsaume des erzreichen Mittlern oder Katharinenburger Urals, an beiden Ufern des Isset, der hier durch einen Damm zu einem großen Teiche erweitert ist, in einer von Bergen umschlossenen, hügeligen Ebene. Wegen ihrer Lage inmitten der reichsten Erzschürfe ist die Stadt der Hauptsitz des uralischen Bergbaues, hat gerade, breite Straßen, zwei Kathedralen, zehn Kirchen, ein Nonnenkloster, ein Institut zur Vorbereitung von Werkmeistern, Steigern und Beamten, ein weibliches Gymnasium, zwei Kreis-⸗ und zwei Pfarrschulen, ein Museum für uralische Merkwürdigkeiten, mehrere Krankenhäuser, ein Theater, ein Gefängnis, einen Kaufhof und eine Handelsbank und zählt (1882) 25 133 E. Die Stadt ist Hauptsitz des Oberbergamts für den Ural, hat einen Münzhof für Kupfergeld, eine große Eisen⸗ und Kupferschmelzhütte, zahlreiche Metall- und andere Fabriken, auch zwei mechan. Werkstätten, bedeutende Steinschneidereien und Steinschleifereien, namentlich eine große kaiserl. Anstalt für Arbeiten in Malachit, Jaspis, Marmor, Porphyr und Aventurin, welche die kaiserl. Paläste in Petersburg schmücken, sowie ansehnliche Goldwäschereien im Isset. Der Handel mit Vieh und Getreide aus dem Gouvernement Orenburg, wie mit Eisen, geschliffenen edeln Steinen u. s. w. ist sehr bedeutend. In geringer Entfernung liegen die Eisengußwerke von Issetsk, 11 km von der Stadt das Berg⸗ und Hüttenwerk Beresowsk (s. d.) und in der Entfernung von 26 kKm das Werk von Pyschinsk, wo das Gold durch Amalgamation vom Erze geschieden wird.