FeedJoseph (Friedr. Wilh. Hollandinus)
GeschichteBrockhaus 1882

Joseph (Friedr. Wilh. Hollandinus), Prinz von Hildburghausen, österr. Feldmarschall und des Deutschen Reiches Feldzeugmeister, geb. 8. Okt. 1701, trat als Stabskapitän 1719 in das österr. Regiment Seckendorf und war 1733 bereits Generalmajor, kämpfte 1734 bei Parma und Guastalla, ——* sich 1735 als Feldmarschalllieutenant beim ückzug des Heeres mehrfach aus und vertrieb die Spanier aus Mantua. Im J. 1736 unterdrückte J. als Feldzeugmeister einen Aufstand der Kroaten, kämpfte 1737 in Bosnien gegen die Türken, wurde vor Banjaluka zurückgeschlagen, entschied jedoch das Treffen bei Korina zu Gunsten der Kaiserlichen, deckte 1739 den Rückzug nach dem Gefecht bei Krozka und trug 23. Juli 1739 wesentlich zum Sieg in der ebendort gelieferten Schlacht bei. J. wurde 1739 Reichsfeldzeugmeister und Ritter des Goldenen Vlieses, auch von der Kaiserin Maria Theresia zum österr. Feldmarschall ernannt, trat jedoch nach Ausbruch des Osterreichischen Erbfolgekriegs in bayr. Dienste und verteidigte Braunau. In den J. 1746 —48 kämpfte J. an der Spitze von 5000 in holländ. Solde stehenden Bayern gegen die Franzosen, während des Siebenjährigen Kriegs aber auf Seite der Kaiserin. Er befehligte die Reichsexekutionsarmee und wurde mit dem franz. Heere des Herzogs von Soubise zugleich bei Roßbach von Friedrich d. Gr. derartig geschlagen, daß er die Feldherrnlaufbahn aufgab und sich ganz ins Privatleben zurückzog. J. starb 4. Jan. 1787.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 9, S. 891Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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