Jiretek (Konstantin Joseph), böhm. Historiker, geb. 24. Juli 1854 in Wien, Sohn von Joseph J., besuchte das Gymnasium der Theresianischen Akademie in Wien und studierte in Prag Philosophie. Nachdem er hier einige Zeit Docent der Geschichte gewesen, begab er sich zu archival. Forschungen nach Ragusa, ward 1879 nach Bulgarien berufen als Generalsekretär des Unterrichtsministeriums, war 1881—82 daselbst Unterrichtsminister, darauf Präsident des Unterrichtsrats und machte sich um Entwickelung des dortigen Schulwesens sehr verdient. Im J. 1884 übernahm er eine Professur der allgemeinen Geschichte in Prag. Sein Hauptwerk ist eine 4«Geschichte der Bulgaren (czech. u. deutsch, Prag 1877; vervollst. russ. Ausg., Odessa 1878). Außerdem schrieb er eine bulgar. Bibliographie (bulg., Wien 1872), «Die Heerstraße von Belgrad nach Konstantinopels (Prag 1877), «Die Handelsstraßen und Bergwerke Serbiens im Mittelaltero (Prag 1879), Das Typikon des heil. Savay (serb., Belgr. 1874), sowie mehrere Abhandlungen, namentlich über Verhältnisse der Balkanhalbinsel, in deutschen, czech., serb., bulgar. Publikationen.