FeedJoab
GeschichteBrockhaus 1882

Joab war der Schwestersohn und Oberfeldherr des Königs David. Wie er als Führer des judäischen Heeres im Kampfe Davids mit Isboseth, dem als Gegenkönig aufgestellten Sohn des verstorbenen Königs Saul, gegen Sauls Feldherrn Abner iegreich zu Felde zog und diesen meuchlings erdolchte, o führte er auch später Davids Kriege erfolgreich, tämpfte insbesondere gegen Davids aufrührerischen Sohn Absalom und erstach ihn, sowie auch seinen eigenen Vetter, den Heerobersten Amasa, und schloß sich zuletzt an Davids Sohn Adonia an, wurde aber wegen seiner Blutthalon gemäß dem Letzten Willen Davids auf Befehl Salomos am Altar des heiligen Zeltes zu Jerusalem getötet. bachim I., Kurfürst von Brandenburg, geb. 21. Febr. 1484, ältester Sohn des Kurfürsten Joabre Cicero, erhielt durch den Bischof Dietrich von ebus eine gelehrte Erziehung und bewahrte sein Interesse für die humanistischen Tendenzen auch nachdem er, kaum 15jährig, 1499 seinem Vater in der Kurwürde gefolgt war. Gegen die Reformation Luthers nahm J. schon 1521 in Worms eine feindliche Haltung ein. Im Sommer 1525 nahm er teil an dem kath. Bündnis von Dessau und vertrat fortan auf den Reichstagen von Speier 1526 und 1529 und Augsburg 1530 das streng kath. Interesse. Für Land und Haus jedoch erwuchsen ihm aus dieser Politik geringe Vorteile: seine Familienallianz zerftel durch den Übertritt seiner Vettern Albrecht und Georg zum evang. Glauben; der Feindseligkeit mit dem unter Friedrich III. reformierten Dänemark und Pommern suchte er durch den Vertrag auf Schloß Grimnitz (26. Aug. 1529), wodurch er die Erbansprüche an Pommern nur für den Fall des Aussterbens des re ierenden Geschlechts vorbehielt, die Spitze abzubrechen; aber seine Hoffnung, dadurch Pommern auf der kath. Seite zu halten, sah er 1532 vereitelt. Seine eigene Gemahlin Elisabeth, eine dän. Prinzessin, welche er durch ehebrecherischen Verkehr mit der Frau eines berliner Bürgers, Hans Hornung, aufs schwerste beleidigt hatte, ward evangelisch und mußte vor dem erzürnten Gatten heimlich nach Wittenberg entweichen (25. März 1528). In seinem Lande erreichte er durch Einführung des röm. Rechts (Joachimische Konstitution 1527) herrisches Regiment, besonders die blutige Bestrafung des verwilderten Adels, doch keine rechte Ordnung, wie durch die langjährigen Räubereien Hans Kohlhases (1523 —31) an den Tag kam. Die durch ihn gegründete, anfangs blühende Universität Frankfurt a. O. ward durch Wittenberg verdunkelt. Der Staatshaushalt blieb zerrüttet. Schließlich teilte J. noch seine 1516 durch Zossen, 1517 durch die Neumark vergrößerter Besitzungen unter Hinwegsetzung über die Hausord nung Albrechts Achilles unter seine Söhne Joachin und Johann. J. starb 11. Juli 1535.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 9, S. 852Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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