FeedHermann (Graf von Wied)
GeschichteBrockhaus 1882

Hermann (Graf von Wied), Erzbischof und Kurfürst von Köln, berühmt durch seine Hinneigung zur Reformation. Geboren 14. Jan. 1477 zu Wied, erwählt 1515, in sein Amt eingeführt 1518, wirkte er für die Wahl Kaiser Karls V. und krönte denselben 1520 zu Aachen. Auf dem Reichstage zu Worms 1521 eiferte er vorzugsweise noch Kulte die Ketzer und wirkte für die Achtserklärung thers. Bis 1540 amm aber er mit Fanatismus die Protestanten. Dann aber, von Bucer für die neue Lehre gewonnen, ließ er diese mit wachsendem Eifer in seinem Sprengel verbreiten. Der Widerstand seiner Gegner, zumal der Mehrheit des Domkapitels, brachte es jedoch dahin, daß der Kaiser ihn mit der Acht bedrohte und der Papst im April 1546 ihn in den Bann that, unter Entbindung seiner Unterthanen von dem Gehorsam. Als hierauf der Kaiser den Koadjutor Adolf von Schaum-Lande dem abgesetzten H. gegenüber, als höchste desautorität anerkannt wisen wollte, brach ein Zwiespalt aus, der Anfang 1547 in Bürgerkrieg überzugehen drohte. Die prot. Fürsten hatten aber eben damals ihre ganze Macht zum Entidungskampf mit dem Kaiser (in der Schlacht i Muhlberg im April 1547) zusammenhalten mußten, so ließ sich H., schwach und kleinmütig, zur Nachgiebigkeit bestimmen. Er resignierte 25. Febr. 1547, zog sich in die Grafschaft Wied zurück und starb daselbst 15. Aug. 1552.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 9, S. 143Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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