Joachim Friedrich, Kurfürst von Brandenburg, Sohn des Kurfürsten Johann Georg, geb. 27. Jan. 1546, wuchs auf dem Schloß Zechlin auf und wurde 1566, als er gerade an dem Türkenkriege Maximilians II. teilnahm, zum Administrator von Magdeburg erwählt. Es gelang ihm, das von ihm völlig evangelisierte Stift zum frühern Wohlstande zu erheben. Trotz seiner geistlichen Würde heiratete er 1570 seine Tante, Katharina von Küstrin, und trotz seiner * wollte er wieder im Reiche den an Magdeburg haftenden Primat behaupten. Hierin fand er jedoch seitens der kath. Mehrheit hartnäckigen Widerstand; 1582 und 1594 wurde ihm auf den Reichstagen die Zulassung versagt. Da nun auch sein Sohn Johann Georg als postulierter Bischof von Straßburg heftigem Widerstand der Katholiken begegnete, ward J. im Gegensatz zu seinem streng luth. Vater mit Sympathie für die reform. Tendenzen erfüllt, welche den Kampf mit der kath. Reaktion allein auf sich nahmen. Im J. 1598 Kurfürst geworden, setzte er 1599 den Geraischen Hausvertrag auf Grundlage der Hausordnung Albrechts Achilles durch, wonach alle Marken 9. mit ihren Anwartschaften (Preußen, Pommern, die n schles. und rhein. Gebiete) an die Kur gebunden, die fränk. Lande aber zur Sekundogenitur bestimmt n wurden. Im Innern kämpfte J. lange vergebens gegen die seine Gewalt einengenden Ansprüche der m Stände, denen er 1602 ihre Privilegien bestätigen ch mußte. Erst nach der Errichtung des Staatsrats hie (Dez. 1604) konnte er fester auftreten; wiederholt en erlangte er jetzt namhafte Summen für Landesm- verwaltung und Türkenkrieg von ihnen bewilligt; als Staatsgrundgesetz mußte er schon 1599 die zu Konkordienformel bewilligen. J. ist der Gründer des Finowkanals und des Joachimsthaler Gymnasiums (24. Aug. 1607). Er starb plötzlich nd 18. Juli 1608.