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GeschichteBrockhaus 1882

Johann Friedrich II. oder der tittlere, Herzog von Sachsen, ältester Sohn des vorigen, eb. 8. Jan. 1529, hatte sich nach der Schlacht bei Mühlberg nach Gotha gerettet und übernahm sodann mit seinem Bruder Johann Wilhelm (geb. 11. März 1530), zugleich im Namen des noch unmündigen Bruders, Johann Friedrichs III. (geb. 17. Jan. 1537), die Administration des zufolge der Wittenberger Kapitulation der Ernestinischen Linie zugeteilten Länderteils. Durch seinen Vater veranlaßt, stiftete er 1547 die Universität Jena, die er aber erst 1558 einweihen konnte. Nach dem Tode des Vaters sollten zufolge testamentarischer Anordnung die drei Sohne gemeinschaftlich die Regierung führen, doch schon im März 1557 uüberließen die beiden jüngern dem ältern Bruder die Regierung auf bestimmte Zeit allein. Nach dem kinderlosen Ableben Johann Friedrichs III. 1565 teilten die beiden Brüder die Lande in zwei gleiche Teile, den weimarischen und gothaischen, von denen der erste dem jüngern, der andere dem ältern Bruder auf drei Jahre eingeräumt wurde. J. richtete viel Verwirrung an nicht nur durch seine Einmischung in die von Flacius Illyricus und andern jenaer Professoren gegen die Wittenberger geführten theol. Streitigkeiten, sondern auch durch seine Parteinahme für Wilhelm von Grumbach (s. d.), der, von ihm unterstützt, Würzburg angriff und deshalb 15633 in die Acht erklärt wurde. Da J. weder durch Vorstellungen und Bitten noch durch Drohungen bewogen werden konnte, dem Geächteten und dessen Anhängern seinen fernern Schutz zu versagen, so erklärte der Kaiser ihn selbst 1566 in die Acht und ließ 1567 seine Unterthanen an seinen Bruder Johann Wilhelm weisen, worauf der Kurfürst August von Sachsen, beauftragt mit der Vollziehung der Acht, 13. April 1567 den Grimmenstein durch Kapitulation einnahm. Grumbach und seine Anhänger wurden sofort hingerichtet, J. aber gefangen zuerst nach Dresden, dann nach Wien und hierauf zu ewigem Gefängnis nach Wienerisch-Neustadt gebracht, wohin ihm 1572 seine Gemahlin Elisabeth, die Tochter Friedrichs III. von der Pfalh, folgte, die daselbst 8. Febr. 1594 starb. J. selbst, während des Türkenkriegs 1595 nach Steier gebracht, starb hier infolge eines Falles 9. Mai 1595. 862 Johann Wilhelm (Herz. zu Sachsen

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 9, S. 861Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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