Johann Friedrich der Großmütige, Kurfürst von Sachsen, 1532—47, Sohn Johanns des Beständigen, geb. 30. Juni 1503 zu Torgau, regierte nach des Vaters Tode (Aug. 1532) in streng protest. Sinne den Staat, nach außen als führender Fürst den Schmalkaldischen Bund vertretend, nach innen durch Visitationen, Kirchenordnungen, Pflege der wittenberger Universität u. s. w. die Landeskirche ausbauend. Im J. 1535 erhielt er persönlich zu Wien die Bestätigung der Kurwürde. Die Ausbreitung des evang. Geistes in Nieder⸗ und Oberdeutschland unter der Agide des Schmalkaldischen Bundes, wobei J., freilich meist von dem thatkräftigen Landgrafen Philipp von Hessen fortgerissen, in vorderster Reihe stand, die Verjagung des Katholikenführers Herdog Heinrich von Braunschweig 1542 und seine , . 15⁴⁵ drängten Karl V. dahin, 1546 kriegerisch gegen den Bund einzuschreiten. Der geächtete J. führte mit Philipp von Hessen das Bundesheer, welches im Herbst 1546 ohne entscheidende Schlacht durch Karl V. auseinander manöpriert wurde. infolge des Einfalls des Herzogs Moritz in sein Stammland eilte J. im November dorthin zurück, trieb den Herzog über das Erzgebirge, erlag aber am 24. April 1547 auf der Lochauer Heide hinter Mühlberg a. CE. den vereinigten Truppen des Kaisers und des Herzogs. Der Kur eraubt, zum Tode als Rebell verurteilt, erkaufte sich J. hies die Kapitulation Wittenbergs das Leben, blie aber Karls Gefangener, bis die Empörun desselben Moritz den Kaiser bewog, J. zu ent assen. Sept. 1552 Weraaerln bestrebte er sich vergebens, die Kur wieder zu erlangen. Er starb, nachdem er noch 1553 die an seinen Bruder Johann Ernst vergebene «Pflegev Coburg bei dessen Tode geerbt hatte, zu Jena, dem Hauptsitze der vor Moritz geretteten Ernestinischen Landev, 3. März 1554.