FeedJohann der Beständige
GeschichteBrockhaus 1882

Johann der Beständige, Kurfürst von Sachsen, 1525—32, geb. 30. Juni 1468, vierter Sohn des Kurfürsten Ernst (s. d.), ward am Hofe seines mütterlichen Verwandten, Kaiser Friedrichs III., erzogen, focht unter Maximilian J. gegen die Ungarn und Venetianer und fuhrte nach des Vaters Tode in voller Eintracht zusammen mit seinem Bruder Dode 0 dem Weisen die Regierung bis zu dessen ode (6. Mai 1525). I.s erste Handlung war darauf die energische Unterdrückung des Bauernkriegs, zugleich mit entschiedener Sicherung der Reformation in dem Kurgebiet. Der kath. Reaktion gegenüber verband er sich 1526 zu Gotha-Torgau mit Philipp von Hessen und setzte mit diesem in Speier den dem Evangelium günstigen Reichstagsbeschluß durch. In den Packschen Händeln mäßigte er 1528 mit Erfolg den kriegerischen Eifer Philipps, trat aber 1529 auf dem zweiten Reichstage in Speier neben diesem um so entschlossener auf, unterzeichnete als führender Fürst die «Protestationo und behauptete nach mehrern Schwankungen, die im „Marburger Kolloquiumo ihren schroffsten kirchlich⸗ polit. Ausdruck fanden, auf dem Augsburger Reichstage gegen das persönliche Andrängen des Kaisers seine protest. Haltung. Da war es, wo er sich den Namen des Bekennersy erwarb. Die Folge war der Schmalkaldische Bund, der Dez. 1530 unter seiner Mitwirkung und Führung zu Stande kam. J. hatte das Glück, diese Politik im Nürnberger Religionsfrieden (1532) zum ersten Siege zu führen, und zu sterben (16. Aug. 1532), bevor er die Unsicherheit desselben erkennen konnte.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 9, S. 861Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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