FeedJohauua
ReligionBrockhaus 1882

Johauua, der Name des 127. Asteroiden. (S. ohanna, die Päpstin, eine der Fabel angehörende Persönlichkeit, soll zwischen Leo IV. (gest. 855) und Benedikt III. (gest. 858) als Johann VIII. den Stuhl Petri innegehabt haben. Die Tochter eines engl. Missionars, in Mainz oder in Ingelheim ge—⸗ boren, soll sie in Füulda mit einem Mönche des Klosters ein vertrautes Verhältnis angeknüpft haben und mit diesem in Mannskleidern nach Athen geflohen sein. Von dort nach Rom gekommen, ward sie zuerst Notar der Kurie, später Kardinal, endlich Papst, bis sie auf einer Prozession entbunden ward und starb. Dies sei der Grund zur Einführung der sella stercoraria, die, um das Geschlecht des Papstes vor seiner Ordination zu prüfen, faktisch seit Mitte des 11. Jahrh. bis auf Leo X. benutzt ward. Diese seit dem 13. Jahrh. allgemein berichtete Erzählung ward zuerst von dem Reformierten Blondel (Mitte des 16. Jahrh.) als unhistorisch bezeichnet. Sie scheint entstanden zu sein als Verhöhnung des Weiberregiments unter Johann X. bis XII. (919—963). Vgl. Döllinger, Die Papstfabeln des Mittelalterso (Münch. 1863).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 9, S. 866Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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