Johanna I., Königin von Neapel, folgte, da ihr Vater Karl von Calabrien schon 1328 gestorben war, unmittelbar ihrem Großvater, dem Könige Robert, im J. 1343 nach. Ihren ersten Gatten Andreas von Ungarn ließ sie 1345 erdrosseln. Zwar kam nun König Ludwig J. von Ungarn herbei, um den Bruder zu rächen, und erlangte auch für den Augenblick großen Anhang; da er jedoch den Prinzen Karl von Durazzo, der sich zuerst für ihn erhoben hatte, 1347 ermordete und auch sonst gewaltthätig war, so schlug die Stimmung gleich nach seinem Abzuge zu Gunsten J.s um, welche sich inzwischen mit einem Vetter Ludwig von Tarent 1346 vermählt hatte, und sie konnte aufs neue die Herrschaft antreten, welcher sie 1352 auch die Anerkennung Ungarns verschaffte. Der durch Förderung der Litteratur und Künste erhöhte Glanz des Hofs stand in grellem Gegensatze zur Armut und Bedrückung des Volks. Empörungen fehlten auch ferner nicht; größere Schwierigkeiten erhoben sich jedoch erst, als J. in dem Kirchenschisma für Clemens VII. in Avignon, den Gegner des röm. Papstes Urban VI., Partei ergriff, der seinerseits sie bannte, als Lehnsherr absetzte und das Land Karl dem Kleinen von Durazzo als König Karl III. verlieh. J., welche inzwischen eine Zeit lang mit dem Könige Jakob III. von Mallorca verheiratet gewesen war und endlich in vierter Ehe sich mit einem Abenteurer, dem Prinzen Otto von Braunschweig, verbunden hatte, suchte sich einen Halt zu schaffen, indem sie den Herzog Ludwig I. von Anjou zum Sohn und Erben erklärte. Aber ehe sie von ihm Hilfe erhielt, ward sie gefangen und auf Befehl Karls III. 1382 erdrosselt.