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GeschichteBrockhaus 1882

Johanna, Königin von Frankreich und Gemahlin Ludwigs XII., war diesem noch zur Zeit, als er Herzog von Orléans war, von ihrem Vater, Ludwig XI., aufgezwungen worden, obwohl sie von abstoßender Häßlichkeit war. Vergebens suchte sie diesen Mangel durch treue Hingebung vergessen zu machen, wie denn der Herzog allein durch ihre Fürsprache bei ihrem Bruder, dem Könige Karl VIII., aus langer Gefangenschaft freikam, welche sie freiwillig geteilt hatte. Kaum war er durch den Tod Karls selbst König geworden (1498), so betrieb er auch schon bei dem Papste Alexander VI. die Scheidung, um sich unmittelbar, nachdem sie durch Alexanders Sohn, den damaligen Kardinal Cäsar Borgia, vollzogen war, zu Anfang 1499 mit Anna von Bretagne, der Witwe seines Vorgängers, zu vermählen.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 9, S. 866Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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