Jakobus der Jüngere war der Sohn des Alphäus. Daß er ein Vetter Jesu gewesen sei, beruht auf unsichern Kombinationen. Er gehörte auch zu den Aposteln und hieß, im Unterschied von dem vorhergenannten, J. «der Kleinev, d. h. der Jüngere (Mark. 15, 40). über seine Schicksale ist nichts Näheres bekannt. Die griech. Kirche hat ihm den 9. Okt. als Festtag geweiht. ů Wohl zu unterscheiden von ihm ist ein dritter, Jakobus der Bruder des Herrn, ein Sohn Marias und Josephs (Matth. 13, 55; Mark. 6, 5). Dogmatische Gründe haben es veranlaßt, daß man ihn in alter und neuer Zeit nicht als leiblichen Bruder Jesu anerkennen wollte, daher man ihn bald zum Stiefbruder Jesu (zum Sohne Josephs aus einer frühern Ehe) machte, bald mit dem vorerwähnten Sohn des Alphäus identifizierte und als Schwestersohn der Maria bezeichnete. Neben Petrus und Johannes erscheint dieser J. als die bedeutendste Versönlichkeit in der Urgemeinde zu Jerusalem. Er befand sich daselbst noch 59 n. Chr., nachdem mittlerweile fämtliche noch überlebende Apostel sich anderwärtshin gewendet hatten. Ob er nach dem Tode des gleichnamigen Zebedeiden förmlich ins Apostelkollegium aufgenommen worden ist, muß zweifelhaft bleiben; jedenfalls aber genoß er doch in Jerusalem und überall in judenchristl. Kreisen das höchste erusalem Als Paulus von Antiochien aus nach Jerusalem reiste, um sich mit den ältern Aposteln uber das Recht der Heidenmission zu verständigen, stimmte auch er jenem Vergleiche bei, welcher den Paulus gewähren ließ, den Uraposteln aber nach wie vor die Judenmission unter bleibender Beobachtung des mosaischen Gesetzes auch im Christentum vorbehielt (Gal. 2,o, vgl. 1, 10). Der Bericht, den die Apostelgeschichte Kap. 15) über diesen Vorgang gibt, ist geschichtlich unzuverlässig. Nachmals erscheint dieser J. als das Haupt der streng judenchristl. Partei, in dessen Auftrag bald nachher Gesandte nach Antiochien kamen, um den Petrus, welcher, den freien Grundsätzen des Paulus eine Zeit lang folgend, mit Heidenchristen Tischgemeinschaft gehalten hatte, zur jüd. Gesetzbeobach— tung zurückzuführen (Gal. 2, 12); ja sein Einfluß war so groß, daß auch die übrigen dort anwesenden Judenchristen, einschließlich des Barnabas, sich von der Gemeinschaft der Heidenchristen zurückzogen. Seitdem scheint es zwischen den Parteien des Paulus und J. zum entschiedenen Bruch gekommen zu sein, und als Paulus bei seiner letzten Anwesenheit in Jerusalem jüd. Fanatikern in die Hände siel, hoben J. und die Seinen nicht die Hand auf, den Heidenapostel zu retten. Auch in der spätern überlieferung wird er als Judenchrist von äußerster Gesetzesstrenge geschildert. Die Tradition macht ihn zum ersten Bischof von Jerusalem, ja zum Oberbischof der Bereple Christenheit, von dem selbst ein Petrus Befehle empfing, und legt ihm wegen seiner strengen Gesetzesbeobachtung den Namen des „Gerechten» bei. Nach der christl. Sage wurde er kurz vor der Zerstörung von Jerusalem, da er Jesum nicht lästern wollte, von den Juden von der Zinne des Tempels gestürzt. Dagegen berichtet eine freilich der er nach Ab verdächtige Stelle bei Josephus N daß er nach Abberufung des röm. Prokurators Festus auf Veranlassung des Chr.. priesters Ananus gesteinigt worden sei (62 n. Chr.). Sein Gedächtnistag in der griech. Kirche ist der 23. Okt., in der lateinischen (gemeinsam mit Philippus) der 1. Mai. Unter dem Namen dieses I. findet sich im Neuen Testament ein Brief an «die Zwölf Stämme in der Zerstreuung», der zu den Hauptdokumenten der judenchristl. Richtung in der christl. Urzeit gehört. Der Brief, welcher in der alten Kirche erst ziemlich spät zur allgemeinen Anerkennung kam und noch im 4. Jahrh. zu den widersprochenen » Schriften zählte, ist wahrscheinlich erst längere Zeit nach dem Tode des J., ums J. 90 n. Chr., entstanden. Um seiner Hochstellung der Werke und seine Polemik gegen die Lehre von der Luther diesen aus dem Glauben willen bezeichnete Luther diesen Brief als eine astroherne Epistelo. — Kommentare lieferten W. Schmidt (Lpz. 1878), C. F. D. Erdmann (Berl. 1881) und W. Beyschlag Gött. 1882); vgl. auch von Soden, Der Jakobus brief» (Jahrbücher für prot. Theologier, 1884, I) Die kirchlichen Legenden über die verschiedenen Jakobus sind behandelt von Lipsius, Die apotryphen Apostelgeschichten und Apostellegendeno (2. Bd., 2. Hälfte, Braunschw. 1884). de). Jarob u. a Voragine, s. Voragine (Jak. Jakob vom Schwert (Militärorden des heiligen), span. Orden, nachweislich schon 1175 vom Papst Alexander III. bestätigt, hatte bis 1493 einen eigenen Großmeister, an dessen Stelle seitdem der König trat. Das Ordenszeichen ist ein kreuzförmig gestaltetes rotes Schwert, welches auf der Brust getragen wird. Bei feierlichen Gelegenheiten tragen die Kommandeure und Ritter ein Kleid und einen Mantel von weißer Delor⸗ mit dem Ordenszeichen und dann hängt die Dekoration an einer dreifachen goldenen Kette am Halse.