Johannot(Frangois), Zeichner und Lithograph, geb. zu Offenbach in Hessen-Darmstadt, stammte von einer franz. Familie, die nach der Zurücknahme des Edikts von Nantes sich in Deutschland niederließ; er arbeitete zu Anfang des 19. Jahrh. und machte gleichzeitig mit Senefelder (s. d.) lithographische Versuche, wobei er an Charles Andrs aus Offenbach einen Associé hatte. Doch siedelte J. mit seiner Familie nach Paris über und gründete daselbst mit seinem Associé die erste lithographische Anstalt, die kein besonderes Glück machte. Er hinterließ drei Söhne, Charles, Alfred und Tony. Charles J., geb. zu Frankfurt a. M. 1793, war Kupferstecher, lieferte Umrisse Biat Leben der heil. Genoveva von Brabant (12 Blätter, Par. 1813) sowie Vignetten für die Werke von Bouilly und starb zu Paris 1825. Alfred J., geb. zu Offenbach 21. März 1800, erlernte bei seinem älteren Bruder die Kupferstechkunst und verfertigte die Kupfer und Vignetten zu den Ausgaben der franz. übersetzungen von Walter Scott, Cooper und Byron. Später übertrug er auf die Malerei die leichte, mehr geistreiche als tiefe Weise, die seinen Kupferstichen eine so günstige Aufnahme verschafft hatte. J. starb zu Paris 7. Dez. 1837. Tony J., geb. zu Offenbach 9. Nov. 1803, bethätigte sich zuerst als Kupferstecher und half seinem Bruder und Lehrer Alfred bei dessen Kupfern und Vignetten. Er trat 1831 ebenfalls als Maler mit romantischen Genrebildern auf, in denen er gleiche Verdienste wie sein Bruder zeigte. Unter anderm malte er im Auftrage Ludwig Philipps für das Historische Museum zu Versailles die Schlacht bei Rosbecque, die Schlacht bei Fontenay, die Erstürmung des Engpasses Méandre, die Königin Victoria in Eu. In seinen Werken zeigt er sich als etwas oberflächlicher, aber eleganter und gewandter Maler. Größern Ruf hat er sich indes als Zeichner und Kupferstecher erworben. In den zahlreichen Radierungen, Kupferstichen und Holzschnitten, die von oder nach ihm für Prachtausgaben angefertigt wurden, muß man die Fruchtbarkeit und Erfindungskraft seines Zeichnertalents bewundern. J. starb zu Paris 4. Aug. 1852.