FeedJovauovie (spr. itsch, Wladimir)
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Jovauovie (spr. itsch, Wladimir), serb. Staatsmann und Schriftsteller, geb. 28. Sept. 1833 in Schabatz, studierte in Ungarisch-Altenburg und Hohenheim Landwirtschaft. Darauf war er Beamter und Redacteur in Belgrad, mußte jedoch seiner freisinnigen Tendenzen halber 1860 seine Heimat verlassen, lebte in Belgien, England,‚ Italien, der Schweiz; hier gab er zu Genf die serb.⸗franz. Zeitung «Sloboda — La Libertén (1864—66) heraus. Im J. 1866 ging er nach Pest, war einer der Hauptbegründer und Leiter des jungserb. Nationalvereins &8Srpska Omladina o; 1869 mit dem Bulgaren Karavelov zu Peterwardein verhaftet, wurden beide der Mitschuld an der Ermordung des Fürsten Michael von Serbien angeklagt, aber vom Gericht in Pest freigesprochen. Erst 1872 kehrte J. nach Serbien zurück, trat in den Staatsdienst und ward Mitglied der Skupschtina (Volksvertretung). Bei Ausbruch des serb.⸗türk. Kriegs ward er Finanzminister, brachte die zur Kriegführung nötige Anleihe zu Stande; auch führte er die Prägung serb. Goldmünzen nach franz. Münzsystem ein. Nach seiner Dimissionierung Ende 1879 ward er Präsident des Rechnungshofs, darauf im Juni 1880 wieder Finanzminister, doch trat er schon im Oktober 1880 mit dem Kabinett Ristié zurück. Neben einer Reihe nationalökonomischer und polit. Schriften in serb. Sprache, darunter Übersetzungen von Werken Roschers und Mills, schrieb J. Les Serbes et la mission de la Serbie dans I'Europe d'Oriento (Par. 1870), The emancipation and unity of the Serbian nationo (Genf 1871) u. a.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 9, S. 897Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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