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GeschichteBrockhaus 1882

Judith, zweite Gemahlin des Kaisers Ludwig des Frommen seit 819, war eine durch Schönheit und Bildung ausgezeichnete Frau aus dem Hause der Welfen. Sie ward 13. Juni 823 die Mutter des spätern Königs Karl (des Kahlen) und die Ursache zahlreicher Wirrnisse im Frankenreiche, da sie auch diesem jüngsten Sohne Ludwigs einen Anteil am Erbe gleich den ältern aus dessen früherer Ehe zu verschaffen suchte. Man warf ihr auch ein ehebrecherisches Verhältnis zu dem am Hofe einflußreichen Grafen Bernhard von Septimanien vor; jedoch gelang es ihr durch einen Reinigungseid 831 die Gegner zum Schweigen zu bringen. Wiederholt von den aufrührerischen Stiefsöhnen gefangen, wurde sie stets durch mächtige Freunde befreit. Ihr Rat bestimmte nach dem Tode ihres Gemahls 840 ihren Sohn, sich mit Ludwig dem Lotbr, gegen den ältesten Stiefbruder, den Kaiser Lothar, zu vereinigen; sie selbst führte den Verbündeten Hilfstruppen zu und half so mit zu dem Ausgang der großen Schlacht bei Fontenoy 841, welche die schließliche Teilung des Frankenreichs zur Gewißheit machte. Sie starb 19. April 843 in Tours.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 9, S. 913Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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