Isabeau, Isabella (Clisabeth) von Bayern, Königin von Frankreich, Tochter des Herzogs Stephan II. von Bayern-Ingolstadt, geb. um 1371, wurde 17. Juli 1385 mit dem kaum 17jährigen Konig Karl VI. von Frankreich vermählt. Nachdem dieser 1392 in Wahnsinn verfallen, überließ sie sich einem ausschweifenden Lebenswandel. Erst seit 1402 beteiligte sich J. an den polit. Umtrieben, unterstützt durch ihren Liebling, den Herzog Ludwig von Orleans, und durch ihren Bruder, Herzog Ludwig den Bärtigen von Bayern. Sie erwirkte beim König die Verordnung vom 26. April 1403, kraft deren ihn ein Staatsrat, an seiner Spitze die Königin, vertreten sollte. Seitdem übte sie in Verbindung mit dem Herzog von Orléans ein arges Erpressungssystem, bis Herzog Johann von Burgund beiden entgegentrat und 23. Nov. 1407 den Herzog von Orleans ermorden ließ. Aus Haß gegen ihren Sohn, den Dauphin Karl (VII.), wollte sie durch den Vertrag von 1420 die franz. Krone an Heinrich V. von England bringen. Von den Engländern selbst verachtet und zurückgesetzt, zumal seit dem Tode ihres Gemahls (1422), verbrachte sie den Rest ihres Lebens im Palast St.⸗Paul zu Paris. Hier starb sie 24. Sept. 1435.