Aaskäfer (Silphida) nennt man eine Familie von Käfern mit elfgliederigen keulenförmigen Pih⸗⸗ hörnern (Clavicornia) und sechs freien Hinterleibsringen, die meist ganz von den Flügeldecken überwölbt werden. Die eigentlichen A. (Silphida genuina), zu welchen die breitgedrückten, mattschwarzen A. (Silpha) und die langgestreckten, großen und kräftigen Totengräber (Necrophorus) gehören, die meist blutrote Flecken oder orangegelbe Binden auf den Flügeldecken tragen, sind lebhafte schnelllaufende und gern fliegende Käfer, die sich überall bei Aas und Leichen einfinden, teilweise auch Insekten und Schnecken angreifen, um sie teils selbst zu verzehren, teils ihre Eier darin abzulegen, aus welchen breite, ast Gekerafel lebhafte Larven hervorgehen, die einer Kellerassel nicht unähnlich sind, aber am Hinterende einen als Nachschieber vorstülpbaren After zeigen. Käfer wie Larven haben einen widerlichen Aasgeruch und lassen bei Gefahr eine sehr unangenehm riechende braune Flüssigkeit aus dem After. Die großen Totengräber unterwühlen in Gesellschaft die Leichen von Mäusen, Maulwürfen u. s. w., welche auf diese Weise ganz in die Erde verscharrt werden, worauf sie dann erst ihre Eier hineinlegen. Sie bringen durch Reiben der Flügeldecken an zwei auf dem ersten Hinterleibsringe hervorstehenden Leisten ein lautes Duech Wegvor. Während 12 die meisten Arten durch Wegschaffen der Aser sehr nützlich sind, ist die Larve des schwarzen A. (Silphida atrata), die im Mai erscheint, den jungen Runkelrübenpflanzen durch ihre Menge und Gefräßigkeit bisweilen außerordentlich schädlich, obgleich sie für gewöhnlich Ags vorzieht. Unter den abweichenden Gruppen der Familie befinden sich auch einige blinde Arten (Leptoderus), [die in unterirdischen Höhlen, besonders in Krain Aasvär (spr. Ohswär), eine Gruppe kleiner niedriger Inseln unter dem arktischen Polarkreise, 15 — 20 km von der norweg. Küste entfernt, zur Vogtei Nordre Helgeland und zum Kirchspiel Nesne in dem Amte Nordland gehörig, einer der wichtigsten Fischplätze in Europa, wo der Hering regelmäßig Anfang Dezember massenhaft erscheint. Zu dieser Zeit treffen mehrere tausend Fischer ein, die in 2—3 Wochen Heringe von rnamufche Güte fangen; in den Handel und haben bisweilen einen Verkaufswert von über 1 Mill. Speciesdaler (4½ Mill. Mark). Infolge dieser ergiebigen Fischerei sind auf den Inseln große Gebäude zum Verpacken und Einsalzen der Fische aufgeführt; vom 1. Jan. bis zum 1. Dez. sind die Inseln nalter fast ganz verödet und nur von wenigen Familien bewohnt.