FeedHirschkäfer
TierreichBrockhaus 1882

Hirschkäfer, Feuerschröter (Lucanus cervus), heißt der größte unserer einheimischen Käfer, der durch den bedeutenden Unterschied zwischen Männchen und Weibchen besonders bemerkenswert ist. Die Gattung, welche bei uns mehrere Arten zeigt, gehört nebst den Maikäfern zu den Käfern mit blätterigen Fühlhörnern (Lamellicornia); doch sind bei den Schrötern nur drei oder vier Blätter vorhanden. Die Kinnbacken sind groß, vorgestreckt, bei dem Männchen oft halb so lang als der Körper, mit innern Zacken und Zähnelungen, sodaß sie in der That Hirschgeweihen sehr ähnlich sehen, bei dem Weibchen sehr kurz, spitz und scharf gekrümmt. Der Körper und das Halsschild sindebreit, gewölbt; die Farbe ist dunkelkastanienbraun. Der Käfer fliegt r schnurrend an warmen Sommerabenden in Gegen⸗ r den, wo Eichen häufig sind. Das Weibchen bohrt [ sich in den Stamm morscher Eichen und legt seine [ Eier ab, aus denen eine Larve kommt, die dem Engerling ähnlich, aber viel größer ist und vier Jahre lang im Mulm bohrt. Dann verpuppt sie [1 sich in der Erde in einem faustgroßen Thonballen, in welchem der noch weiche Käfer monatelang bleibt. Die ganze Lebensdauer beträgt also fünf Jahre. Die Familie der H. (Lucanidae) hat gegen 550 Arten, die in der Alten Welt in den tropischen, in Amerika in den nördlich gemäßigten Regionen besonders zahlreich sind, während sie in den heißen Gegenden der Neuen Welt sich nur selten finden.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 9, S. 262Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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